5 Punkte für optimale Sichtbarkeit & Beleuchtung auf dem Rad

Dunkelheit, Nässe und Kälte halten Sie nicht davon ab, auf's Fahrrad zu steigen und in die Pedale zu treten? Sehr gut, denn das dankt Ihnen nicht nur die Natur, sondern auch der eigene Körper und Geist. Aber auch in den wärmeren Monaten des Jahres kann die Sichtbarkeit eingeschränkt sein. Daher ist Visibility ein Dauerbrenner im Radbereich.

Aber welche Dos and Don'ts gibt es, wenn das Wetter keine gute Sicht hergibt? Wie viel Sichtbarkeit ermöglichen Reflexionsstreifen? Welche Unterschiede gibt es bei fluoreszierender und reflektierender Kleidung? Warum ist helle Kleidung auch im Sommer eine sinnvolle Angelegenheit? Wie sollte die optimale Fahrradbeleuchtung aussehen?

Die Fragen sind fast endlos, daher beschäftigen wir uns mit folgender Fragestellung und ihren Nebengebieten:

Welche Kleidung ermöglicht eine möglichst sichere Fahrt – ganz gleich ob für den Pendler oder den mit allen Wassern gewaschenen Profi auf Asphalt oder Schotter?

Worauf setzen – Neonfarben, Reflektoren oder Fluoreszenz?

Zunächst erklären wir fluoreszierende und neonfarbene Kleidung sowie reflektierende Elemente. Anschließend zeigen wir Ihnen die Vorteile von neonfarbener und heller Kleidung und weshalb Sie am besten mit einer Kombination aus allem fahren – sommers wie winters.

Fluoreszenz ist eine physikalische Reaktion, bei der durch Umwandlung von unsichtbarem 
UV-Licht in sichtbares Licht durch die eingearbeiteten Pigmente die Bekleidung bzw. das Material aufgehellt wird. Die Pigmente, die dies ermöglichen, können entweder durch einen Druck oder durch Färben angebracht werden, aber auch direkt im Garn verarbeitet werden.

Was bedeutet das also für die Bekleidung? Um überhaupt aktiviert zu werden, ist Licht erforderlich. Wird beispielsweise eine fluoreszierende Jacke nicht vorher “bestrahlt”, kann sie das Licht nicht wieder abgeben und bietet nur ein recht geringes Plus an Sichtbarkeit. Ideal ist also Bekleidung und auch andere Ausrüstung wie fluoreszierende Schuhe oder Helme, wenn Sie von der hellen Tageszeit in die sich trübende Dämmerung fahren. Hier kann dann genügend Licht gesammelt werden, um Sie dann durch Nachleuchten besser sichtbar zu machen.

Neonfarben lassen sich in zwei Kategorien unterteilen. Einerseits können sie eine Unterkategorie von Tagesleuchtfarben und Nachleuchtfarben sein, die zu den Leuchtfarben gehören. Hier wird mit einer Beschichtung gearbeitet, die durch die Einarbeitung von Leuchtpigmenten entsteht. So wird mehr sichtbares Licht abgeben als tatsächlich eingefallen ist. Dies ist auch durch Fluoreszenz möglich. Funktioniert also wie bereits oben erklärt. Bei der anderen Variante sind die Farben einfach von sehr hoher Leuchtkraft und Farbsättigung. Hier kommen keine physikalischen Gesetze zum Tragen – es wird einfach knallig bunt! Je nach Verarbeitung kommen also entweder nur das Farbbild zum Tragen oder es wird zusätzlich durch das Fluoreszieren unterstützt. Man muss also genau prüfen, ob es sich um ein einfaches, buntes Farbenspiel handelt oder ob es sich um Nachleuchtfarben handelt, die in die Dämmerung hinein für Sichtbarkeit sorgen.

Ein besonders oft genutztes Element sind Paspeln oder Aufnäher mit reflektierendem Material. Gerne werden auch Markenlogos oder andere Designelemente optisch mit reflektierendem Material aufgewertet. Doch wie funktionieren die meist kleinen Helfer eigentlich? Reflexion ist das Zurückwerfen von Wellen oder Strahlung. Das heißt ein Teil des einfallenden Lichtes wird zurückgeworfen. Wird also eine Reflexionspaspel am Trikot durch einen Scheinwerfer angeleuchtet, spiegelt es das Licht wider. Je nach Qualität des Materials und der Stärke des einfallenden Lichts wird das Licht mehr oder weniger genutzt und Sie werden für andere Verkehrsteilnehmer sichtbarer gemacht. 

Wichtig ist hier vor allem, wo die Reflektoren angebracht sind. Befinden sich diese an Stellen, die sich mehr bewegen, steigt die Chance, einen Lichtstrahl einzufangen und eben wieder zu reflektieren. Besonders beliebt sind sie daher am Rücken und an weiteren Stellen, die der Fahrradfahrer nicht im Blick hat. Reflektoren findet man aber nicht nur an Bekleidung, sondern neuerdings auch großflächig auf Schuhen und Helmen. Innovativ und heißbegehrt sind auch federleichte Windjacken, die komplett aus reflektierendem Material bestehen. High Visibility bedeutet also nicht gleich Heavy Weight. Reflektierende Bekleidung eignet sich besonders bei Fahrten in der Dunkelheit oder wenn es von der Nacht in den Tag wechselt. 

Vorzugsweise werden allerhand Reflektoren gerade bei dunkler Kleidung genutzt. Denn diese ist definitiv schmutzunempfindlicher und wird immer noch am liebsten gekauft. Gerade wenn die dunklen Farben ins Spiel kommen, achten die Hersteller heutzutage auf genau diese Details. Besonders beliebt sind folgende Arten von Reflektoren und ihrer Platzierungen:

  • getapte Nähte mit Reflexion
  • reflektierende Paspeln an Seiten und Rücken
  • durchgehend reflektierende Abschlüsse an Rückentaschen
  • Logos, Aufschriften und Designelemente, die reflektieren
  • Reflexionsstreifen an Brust, Rücken und Armen

 

Daher können Sie auch auf graue oder schwarze Fahrradbekleidung vertrauen, wenn das Wetter mal wieder nicht mitspielt. Achten Sie hierbei aber bitte auf die Menge, die Größe und die Platzierung der Reflektoren!

Dennoch gilt: der höhere Kontrast von heller Kleidung zu Stadtbild aber auch Landstraße oder Radweg reizt das Auge mehr und erhöht Ihre Sichtbarkeit und somit auch Ihre Sicherheit. Auch an klaren Sommertagen sind Sie mit einer hellen oder auffällig bunten Ausstattung besser unterwegs.

 Passende Kleidung für eine sichere Fahrt

 

Wir empfehlen: die Mischung macht’s! 

In der dunklen Jahreszeit gilt es, sich permanent auf eher schlechte Sichtverhältnisse einzustellen. Daher empfiehlt es sich, auf eine Kombination aus leuchtend-bunter, fluoreszierender Fahrradbekleidung mit möglichst vielen Reflektoren zu setzen. Um ein zu häufiges Waschen und damit auch gerade bei Regenbekleidung einem erhöhten Verschleiß der Membranen vorzubeugen, sollte auch dunkle Fahrradbekleidung berücksichtigt werden. Hier bietet sich die Kombination aus einem neonfarbenen Trikot und reflektierender Fahrradweste oder Fahrradjacke an. Insbesondere für Pendler, die morgens in der Dämmerung Richtung Arbeitsplatz und abends bei Dunkelheit nach Hause fahren.

Reflektierende Fahrradbekleidung hört aber nicht mit Fahrradjacken und -westen auf. Auch gut sichtbare Fahrradhosen bieten eine große Fläche, die sich ideal für helle Farben und Reflektoren nutzen lässt. Gerade wenn es einmal nass wird, optimieren Radregenhosen mit zusätzlichen Reflektoren an exponierten Stellen Ihre Sichtbarkeit. Denn so gut sichtbar die bunte und helle Kleidung auch ist – einmal durch Matsch oder schmutziges Wasser fahren und man sieht aus “wie Sau”. 

Sowohl der Commuter als auch der Rennradfahrer sollten auf der Straße zusätzlich auf auffällige Accessoires wie reflektierende Schuhe, neonfarbene Socken und fluoreszierende Handschuhe setzen. Aber auch Fahrradgamaschen und Helmüberzieher sind hier nicht zu unterschätzen. Diese sind permanent in Bewegung und erhöhen die Sicherheit dank erhöhter Sichtbarkeit. Grund dafür ist, dass das menschliche Auge stärker auf Bewegung reagiert und der Effekt intensiviert wird. Zusätzlich kann Ihre Geschwindigkeit von anderen besser eingeschätzt werden.

Auch den Helm sollte man hier nicht vergessen. Da der Kopf der höchste Punkt eines jeden Radfahrers ist, sollte er besonders betont werden. Am besten nutzt man hier ein helles oder neonfarbenes Modell. Wem das etwas zu flippig ist und lieber mit dezenten Farben fährt, kann denselben Effekt aber leicht nachahmen. Zum Aufrüsten gibt es zusätzlich montierbare Helmlampen sowie einsetzbare LED-Lichter. Einige namhafte Hersteller wie Bell sind dazu übergangenen, Helme direkt mit kleinen LED-Lichtern auszustatten.

Wichtig: Reflektierende oder neonfarbene Kleidung/Ausrüstung können die vollwertige Beleuchtung am Fahrrad nicht ersetzen!

Die wohl einfachsten und kostengünstigsten Mittel, um die eigene Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen, sind Warnwesten und ein reflektierendes Klettband um den Knöchel. Aber in einer Zeit, in der das Radfahren zwar immer beliebter, aber auch risikoreicher wird, sollte man auf einen Schutz setzen, der mehr kann. Hierzu zählt in erster Linie die richtige Ausleuchtung des Rades.

Die richtige Beleuchtung

Warum Ihnen auf dem Rad mehr als nur ein Licht aufgehen sollte

Ein kurzer Blick in die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) §§ 66a ff. und man erfährt, welche Art von ‚Lichttechnischer Einrichtung‘ – zu Deutsch Beleuchtung – ein jedes Fahrrad haben MUSS. Ist eine der unten aufgelisteten Bedingungen nicht erfüllt, gilt das Rad als nicht verkehrssicher und Bußgelder, sowie Punkte können verhängt werden. Wenn man sich zuweilen auf den Straßen umschaut, so scheint die Beleuchtung für einige obsolet. Damit sind sie nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für andere. Daher gibt es hier jetzt das Einmaleins der Fahrradbeleuchtung.

1. Wann muss beleuchtet werden?
Laut Gesetzgeber muss bei Dämmerung, Dunkelheit und wenn die Sichtverhältnisse es erfordern das Rad beleuchtet werden. Das bedeutet die Beleuchtung muss nicht permanent montiert sein, aber richtig angebracht und funktionsfähig sein, wenn’s drauf ankommt. Sie können also Ihre Lichter tagsüber weg lassen, sollten diese aber immer dabei haben.

2.  Wo und wie muss die Beleuchtung angebracht werden?
Der Frontscheinwerfer muss weiß sein. Während die Rückleuchte rot sein muss. Beide Leuchten müssen soweit wie möglich linksseitig sitzen. Aber auch nicht weiter als 40 cm von der breitesten Stelle des Fahrzeugumrisses entfernt montiert sein. Beide Leuchten dürfen nicht höher als 120 cm über der Fahrbahn liegen. Wichtig ist, dass sich auch auf der Schotterpiste die Position der Lichter nicht verändert. Außerdem dürfen diese nicht verdeckt sein, also auch nicht verschmutzt.

Auszug aus §67 Abs. 8 StVZO (Stand August 2020):

Lichttechnische Einrichtung

Minimale Höhe

[mm]

Maximale Höhe

[mm]

Scheinwerfer für Abblendlicht

400

1 200

Rückstrahler vorne

400

1 200

Hinten: Schlussleuchte, Rückstrahler

250

1 200

 

Tipp für alle, die es gerne dreckig mögen: vor und nach jeder Fahrt kontrollieren, ob alle Lichter und Reflektoren einsatzbereit und sauber sind. 

3. Welche Reflektoren sind vorgeschrieben und wo müssen sie angebracht werden?
Sogenannte rückstrahlende Mittel müssen in weiß nach vorne und in rot nach hinten zeigend angebracht werden. Die Reflektoren dürfen zusammen mit dem Leuchtmittel in einem Gerät verbaut sein. Der rote Großflächenreflektor, auch Z-Reflektor genannt, darf ausdrücklich keine Dreiecksform haben. 

Weitere Reflektoren müssen an den Pedalen angebracht sein. Diese müssen nach vorne und hinten strahlen und gelb sein.

4. Welche möglichen Reflektoren gibt es für Speichen und Felgen?
Bei den Reflektoren für Räder gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zunächst einmal gibt es die klassischen Katzenaugen. Davon müssen mindestens zwei pro Rad und um 180 Grad versetzt angebracht werden. Auch diese müssen gelb sein. Wer lieber etwas mehr möchte, darf auch insgesamt vier Reflektoren pro Rad anbringen, im Abstand von 90 Grad. Dies muss dann aber bei beiden Rädern gleich gehalten werden.

Aber auch weiße Reflektoren sind zulässig, wenn sich diese an jedem Rad an jeder Speiche befinden. Das Anbringen ist dank der Speichenclips super einfach und schnell erledigt.

Eine weitere Alternative ist ein ringförmiger, reflektierender weißer Streifen an Felge oder Reifen. Dieser darf nicht unterbrochen sein. 

5. Woran erkennt man für den Verkehr zugelassene Beleuchtung?
Um als rechtskonforme Beleuchtung zu gelten, muss jedes Leuchtmittel und jeder Rückstrahler durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen werden. Das erkennt man an einer Welle sowie einem K mit anschließender Nummer. Zugelassen wird alles, bei dem der Blendeffekt ein gewisses Maß nicht überschreitet. Außerdem muss das Lichtfeld gleichmäßig sein und einige andere Faktoren erfüllt werden. Einige Leuchten können blinken, dies ist aber nicht zugelassen, sondern soll als SOS-Signal dienen, wenn ein Unfall zustande kommt. 

Sollten Sie unsicher sein, ob die Beleuchtung oder die Reflektoren ausreichen, kann Ihnen Ihr Fachhändler genauere Auskunft dazu geben. Auch die Ausrichtung Ihrer Beleuchtung ist wichtig. So darf diese andere Teilnehmer nicht blenden. Um dies zu vermeiden, sind beispielsweise die Reflektoren in der Oberfläche auch gebrochen bzw. haben eine nicht glatt gearbeitete Oberfläche.

Eine Beratung empfiehlt sich auch beim Kauf von Front- und Rückleuchten. Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschieden Kriterien, die erfüllt sein müssen. Generell sinnvoll sind Leuchten, deren Leuchtfeld etwas breiter gefächert ist, bspw. durch ein weiter nach außen gezogenes Glas. So kann der Lichtschein auch die Längsseite des Rades besser anzeigen.  

Sichbarkeit

 

 

Unser Fazit

Schlechtes Wetter muss also kein Grund sein auf das Fahrradfahren zu verzichten. Ebenso wenig wie Dunkelheit und Hundewetter. Allein die richtige Ausstattung wird benötigt und ein bisschen Motivation, den inneren Schweinehund zu überwinden. Wenn jetzt wieder die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ist der ideale Zeitpunkt, um das eigene Fahrrad durch zu checken und fit für Herbst und Winter zu machen. Auch die Fahrradgarderobe kann jetzt aufgerüstet werden, damit Sie für schlechtes, kühles Wetter gewappnet und vorallem richtig gut sichtbar sind! 

P.S. Auf die richtige Textilpflege für Langlebigkeit und Funktion kommt es an! Auch Ihr Rad freut sich über Zuwendung in Form von Kettenöl und anderer Radpflegeprodukte.

 

P.S.: Falls Sie noch weitere Fragen haben, hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar oder mailen Sie uns Ihr Anliegen ganz bequem. Wir beraten Sie gerne!

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