Zuerst einmal: Es gibt keine offizielle Definition, welche Rennen als Klassiker gezählt werden. Geschichtsträchtige Radrennen allgemein werden zwar manchmal als Klassiker oder Halbklassiker bezeichnet, allerdings nicht ohne Widerspruch.
Unumstritten gibt es aber „Die Klassiker“ – Eintagsrennen, die wichtiger als alle anderen sind. Ihnen ist gemeinsam, dass die Erstaustragung bereits vor dem ersten Weltkrieg stattfand. Im Falle der Flandern Rundfahrt war die Erstaustragung 1913 und konnte nur einmal wiederholt werden, bevor sie kriegsbedingt pausieren musste.
Eben aufgrund der Uneinigkeit bei der „Klassiker“ Bezeichnung wurde die Bezeichnung als „5 Monumente des Radsports“ als eindeutig erklärende Alternative populär. Der Internationale Radsport-Verband UCI (Union Cycliste Internationale) führt jedoch keine der beiden Bezeichnungen im offiziellen Regelwerk.
Alle Monumente haben eins gemeinsam: Sie sind die längsten und härtesten eintägigen Rennen des Jahres und alleine die Beendigung eines solchen Rennens stellt Sportler vor enorme Herausforderungen. Keines der Monumente ist unter 250km lang und jedes hat einzigartige zusätzliche Herausforderungen, die es so unglaublich hart machen. Diese kann in der Profilierung wie bei LbL oder der Lombardei Rundfahrt liegen, oder dem Untergrund, wie in Flandern und Roubaix.
Gerade auf Grund der unterschiedlichen Anforderungen ist es beinahe unmöglich alle fünf Monumente zu gewinnen. Lediglich 3 Männer (alle aus Belgien) konnten dies in der Vergangenheit schaffen, Rik van Looy, Roger de Vlaeminck und der legendäre Eddy Merckx.
Mit dem Beinahmen la primavera, der Frühling, verwundert es nicht, dass Mailand-Sanremo traditionell das Monument ist, dass am frühsten im Radsportkalender zu finden ist. Manchmal wird es deswegen auch als prima vera corsa, als „erstes richtige Radrennen“ bezeichnet.
1907 unter härtesten klimatischen Bedingungen erstmals ausgetragen waren sich die Veranstalter nicht sicher, ob das Rennen überhaupt physisch zu schaffen war. Von den 33 Fahrern konnten lediglich 14 die 286 Kilometer zum Ziel überwinden.
Besonders herausfordernd und damit auch legenden-bildend war jedoch das Rennen 1910, das während eines heftigen Schneesturms ausgetragen wurde. Die Fahrer mussten immer wieder in Häusern entlang der Strecke Zuflucht suchen. Nur vier der ursprünglich 63 Fahrer erreichten das Ziel. Der Sieger, Eugène Christophe, musste vier Wochen im Krankenhaus verbringen, um Unterkühlungen und Erfrierungen zu behandeln.
Heutzutage ist das Rennen glücklicherweise deutlich sicherer, wenn auch weiterhin sportlich sehr herausfordernd. Aufgrund der langen Ebenen gilt das Rennen als eine Angelegenheit für Sprinter.
Auch wenn MSR das längste Rennen im Radsportkalender ist, so sorgt seine bis 60km vor dem Ziel recht leichte Streckenführung für oftmals wenig Spannung in den ersten Stunden und eine Konzentration auf die wunderschöne Küste der Riviera. Die letzte Stunde allerdings wird mit seinen legendären kurzen Anstiegen, genannt Capis für viele zur spannendsten Rennstunde des Jahres. Lange Zeit war das Rennen als das Monument der Sprinter bekannt, in den letzten Jahren wurden diese Capis, besonders die Cipressa und der Poggio aber so hart gefahren, dass nur noch kleine Gruppen oder sogar Solisten wie Vincenzo Nibali ankamen, dessen Sieg Q36.5 ein exklusives Trikot widmete.
Die nächste Auflage von Milano-Sanremo findet am 21 März 2026 statt.
Rückblick 2025 Mailand-Sanremo
Wie schon im Jahr 2024 begann das Rennen nicht in Mailand, sondern in Pavia, rund 30 Kilometer südlich der Metropole.
Mit einer Distanz von 287,20 Kilometern war die 116. Auflage sogar etwas kürzer als die Route von letztem Jahr, wobei die traditionelle Streckenführung mit dem Passo del Turchino, der Cipressa und dem Poggio unverändert blieb.
Drei Ausnahmekönner, ein Zielstrich, ein Sieger: Mathieu Van der Poel! Ein königliches Finale, wie es epischer kaum sein könnte: Van der Poel setzte sich knapp gegen Ganna durch, während Pogačar erneut leer ausging und weiter dem Traum vom Sanremo-Sieg hinterherjagt.
Was diesem Showdown vorausging, war pures Radsport-Drama. Die Drei machten aus dem 5,6 km langen Anstieg ein Hochgebirge, pulverisierten den Rekord von 9 Minuten und stürzten sich anschließend wie im Mannschaftszeitfahren die Abfahrt hinunter. Gerade bei dem beinahe 90kg schweren Ganna ist es kaum zu begreifen, wie er die Hinterräder halten kann, doch die Schmerzen sind ihm in jeder Grimasse anzusehen.
Pogačar weiß, dass er die Capis alleine hinter sich lassen muss. Im Sprint hat er gegen die anderen beiden wesentlich kräftigeren Fahrer kaum eine Chance. Deshalb setzt sein Team alles darauf, jeden noch so kleinen Hügel absolut Vollgas anzugehen, um spätestens an der Cipressa eine Vorentscheidung zu provozieren. Doch nach diesem Hügel hat der Slowene noch immer die beiden Begleiter, jedoch keinen Helfer mehr an der Seite.
Am Poggio greift Pogačar diesmal Solo an, Ganna muss kurz reißen lassen, aber Van der Poel hält dagegen – sogar mit einem Konter, der an seinen Triumph vor zwei Jahren erinnerte und ihn als erstes um die legendäre Telefonzelle an der Spitze des Poggios manövrieren lässt. Pogačar kann dennoch aufschließen, genau wie Ganna im letzten Kilometer und alles läuft auf diesen einen Sprint hinaus.
Das Monumente gewinnen wurde Van der Poel allerdings auch in die Wiege gelegt, sein Vater Adrie gewann bereits Lüttich Bastogne Lüttich und die Flandern Rundfahrt, Großvater Raymond Poulidor war selbst Sieger bei Mailand Sanremo.
Flandern-Rundfahrt
„Vlaanderens mooiste“, Flanderns Schönste, ähnelt manchmal mehr einem Volksfest als einem Radsportevent. Das liegt allerdings an der hohen Popularität und den großen Zuschauermassen. Im Laufe der langen Geschichte des Rennens hatten die Veranstalter häufig große Mühen, die begeisterten Fans unter Kontrolle und abseits der Strecke zu halten. Ein belgischer Radsportexperte sagte sogar einmal: "bei schönem Wetter schauen hunderttausende das Rennen an der Strecke. Bei Regen sind es Millionen".
Das auch als „Ronde“ bezeichnete Rennen führt nämlich über viele Schlüsselstellen, sogenannte Hellinge: Kurze, aber äußerst steile Anstiege mit bis zu 20% Steigung. Viele der Hellingen führen zusätzlich noch über „Kasseien“, Kopfsteinpflaster, was die Strecke zusätzlich erschwert.
Dadurch wird die Ronde zu einem der härtesten und sehenswertesten Radrennen überhaupt. Windkanten-Situationen, Positionierung im Feld mit taktischem Gespür und Ellenbogeneinsatz, sowie viel Teamwork charakterisieren die Streckenabschnitte vor den Hellingen, um diese Hindernisse in einer möglichst guten Position überqueren zu können. Das Fahrerfeld dünnt sich über das Rennen hinweg immer weiter aus, bis am Ende die letzten Spezialisten sich einen harten Einzelkampf liefern. Mehrere Sportler konnten das Rennen bereits drei mal gewinnen, niemand öfter. Zu diesen Rekord-Siegern zählt neben Mathieu Van der Poel auch Fabian Cancellara, der dieses Jahr als Teamchef von Tudor Pro Cycling am Straßenrand stehen wird.
Die Tour de Flandern 26 findet am 05. April 2026 statt.
Dieses Jahr können gleich 2 Männer historisches schaffen. Pogačar kann in die elitäre Gruppe der dreifachen Sieger vorstoßen, Van der Poel könnte mit einem vierten Titel sogar alleiniger Rekord-Sieger werden. Beide Athleten sind bis in die Haarspitzen motiviert und werden bis aufs letzte gehen.
Rückblick 2025 Flandern-Rundfahrt
Pogačar zaubert sich zum Sieg
Was für ein Tag, was für ein Rennen! Tadej Pogačar feierte bei der 109. Flandern-Rundfahrt einen grandiosen Sieg. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel setzte der Weltmeister am Oude Kwaremont zur entscheidenden Attacke an – und niemand konnte mithalten. Mit über einer Minute Vorsprung rollte er strahlend über die Ziellinie in Oudenaarde.
Hinter ihm entbrannte ein packender Sprint um Platz zwei, den Mads Pedersen (Lidl-Trek) knapp vor Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) gewann. Der Niederländer hatte zuvor nach einem Sturz eine starke Aufholjagd hingelegt. Wout van Aert (VISMA | Lease a Bike) wurde Vierter, Jasper Stuyven (Lidl-Trek) komplettierte die Top Fünf.
Trotz bzw. ganz ehrlich auch wegen Stürzen, Chaos und hartem Gegenwind war es ein Fest für alle Radsport-Fans – mit einem überragenden Sieger, der im Regenbogentrikot Geschichte schrieb. Pogačar bewies erneut: Wenn er loslegt, bleibt nur Staunen.
Paris-Roubaix Hauts-de-France
Paris-Roubaix, die Hölle des Nordens – diesen Beinamen verdiente sich das Rennen ursprünglich, weil es durch die vom ersten Weltkrieg verwüsteten und zerstörten Regionen Frankreichs führte. Heutzutage geben das berüchtigte Kopfsteinpflaster und die teils widrigen Bedingungen dem Spitznamen eine weitere Berechtigung. Bei der 118. Austragung des Rennens 2021 waren die Fahrer teilweise derart verdreckt, dass Trikot wie Gesicht kaum noch erkennbar waren. Die nächste Auflage von Paris-Roubaix am 12. April 2026 sollte man sich unbedingt vormerken! Das Rennen wird von vielen über jedem anderen Eintagesrennen gesehen und heißt daher auch die Königin der Klassiker. Die Kopfsteinpflasterpassagen werden jeweils mit Sternen klassifiziert, welche anzeigen, wie hart der jeweilige Abschnitt ist. Der Carrefour de l'Arbre und der Wald von Arenberg sind dabei mit ihren fünf Sternen gleichermaßen gefürchtet und rennentscheidend.
Beendet wird das Rennen im historischen Velodrom in Roubaix, wo die Athleten noch zwei Runden absolvieren müssen, bevor sie von den Qualen erlöst werden. Im Anschluss die beinahe hundert Jahre alten Duschen des Velodroms zu nutzen ist Tradition und eine der größten Ehren des Sports, welche nur den Finishern zuteil wird!
Um das Kopfsteinpflaster nicht zu rutschig und unbefahrbar zu machen, muss es vor dem Rennen entgrast werden. Da Mähgeräte nicht in die Lücken zwischen den Steinen kommen, haben sich Schafe, welche das Gras fressen als die vielleicht wichtigsten Mitarbeiter in der Vorbereitung etabliert.
2026: Neuer Name, neue Strecke:
Dieses Jahr gibt es einige Neuerungen für das Rennen. Erstmals wird zur Finanzierung die Integration eines Namenssponsors nötig. Die französische Region "Hauts de France" sichert sich dieses Privileg für die nächsten Jahre und so wird das Rennen vorerst den Namen "Paris-Roubaix Hauts-de-France" tragen. Zudem sollten Sie dieses Jahr noch etwas früher als sonst einschalten. Die Veranstalter wollen eine frühe Selektion provozieren und lassen deshalb bereits nach etwa 100km vier Kopfsteinpflaster-Abschnitte aufeinander folgen. Eine solche Dichte gab es bislang noch nie und wird das Feld in kleine Gruppen zerreißen.
Rückblick 2025 Paris-Roubaix
Van der Poel krönt sich zum König der Hölle!
Was für ein Spektakel! Mathieu van der Poel hat bei der 122. Paris–Roubaix eindrucksvoll Geschichte geschrieben und zum dritten Mal in Folge die „Hölle des Nordens“ gewonnen – ein Triumph für die Ewigkeit! Mit einem kraftvollen Solo über die letzten Kilometer ließ der Niederländer keine Zweifel: Dieses Monument gehört ihm!
Über 259,2 Kilometer – gespickt mit 29 brutalen Pflastersektoren – bestimmte van der Poel das Geschehen, immer wach, immer bereit. Als die Konkurrenz zögerte, zog er gnadenlos davon. Am Ende rollte er mit über einer Minute Vorsprung ins legendäre Velodrom von Roubaix – jubelnd, strahlend, wie ein König!
Tadej Pogačar, der noch eine Woche zuvor bei der Flandern-Rundfahrt triumphierte, lieferte bei seinem Roubaix-Debüt eine starke Vorstellung ab. Trotz Sturz und Radwechsel kämpfte er sich zurück und holte sich Platz zwei – doch gegen van der Poel war an diesem Tag nichts zu machen.
Den packenden Sprint um Platz drei entschied Mads Pedersen vor Wout van Aert und Florian Vermeersch für sich. Und aus deutscher Sicht ein Highlight: Jonas Rutsch fuhr mit einem starken sechsten Platz ins Ziel – seine beste Roubaix-Platzierung bisher!
Ein episches Rennen, ein überragender Sieger. Mathieu van der Poel hat Paris–Roubaix nicht nur gewonnen – er hat es regiert!
Liège–Bastogne–Liège
Das älteste noch ausgetragene Eintagesrennen hat sich den Spitznamen „la Doyenne“, die Älteste, redlich verdient. Gleichzeitig gilt es als besonders hartes Rennen: Die wallonischen Ardennen bieten harte und berüchtigte Steigungen, welche die Fahrer bestimmt auch in der nächsten Auflage von Liège-Bastogne-Liège am 26 April 2026 fordern wird! Über 4500hm vermitteln eher den Eindruck von Hochgebirge als einem Rennen in Belgien, wodurch das Rennen oftmals von leichten Kletterspezialisten entschieden wird, die sich an den Hügeln absetzen können. Ganz entscheidend war in den letzten Jahren der Anstieg "La Redoute", der gleich mehrmals zur Vorentscheidung führte und in einem wahnwitzigen Tempo passiert wird. Rekordsieger ist bei diesem Rennen wie so oft Eddy Merckx, dessen Denkmal sogar im Rennverlauf passiert wird!
Rückblick 2025 Liège-Bastogne-Liège
Pogačars Triumph und der Blick nach vorn
Am 27. April 2025 verzauberte Tadej Pogačar die Radsportwelt mit einer Vorstellung der Extraklasse! Bei der 111. Ausgabe von Lüttich–Bastogne–Lüttich setzte der slowenische Superstar an der Côte de La Redoute 35 Kilometer vor dem Ziel zur Attacke an – und niemand konnte ihm folgen. Mit einer beeindruckenden Solofahrt sicherte sich der Fahrer vom UAE Team Emirates seinen dritten Sieg bei diesem Monument und überquerte die Ziellinie mit über einer Minute Vorsprung auf seine Verfolger. Auf Rang zwei kämpfte sich der Italiener Giulio Ciccone vom Lidl-Trek-Team ins Ziel, dicht gefolgt vom irischen Talent Ben Healy von EF Education-EasyPost, der den dritten Platz belegte. Ein hochklassiges Podium, aber keiner konnte an diesem Tag der Dominanz Pogačars auch nur annähernd etwas entgegensetzen!
Und es geht noch weiter: Nach diesem Traumfrühling, in dem Pogačar bereits Strade Bianche, die Flandern-Rundfahrt und Flèche Wallonne gewann, gönnt sich der Champion nur eine kurze Pause. Schon bald richtet sich sein Blick auf die Tour de France – das nächste große Ziel! Die Radsportwelt ist in Aufruhr: Wird Pogačar auch dort Geschichte schreiben und seinen Legendenstatus weiter festigen? Alles spricht dafür, dass uns noch viele magische Momente von diesem außergewöhnlichen Athleten bevorstehen!
Lombardei Rundfahrt
1905 erstmals ausgetragen und von 1907-2012 als „Giro di Lombardia“ bekannt, heißt das Eintagesrennen heute offiziell „Il Lombardia“. Die Lombardei-Rundfahrt ist das traditionell letzte große Radrennen einer Radsaison und das einzige der Monumente, das nicht im Frühjahr ausgetragen wird, weswegen es sich auch den Spitznamen „Rennen der fallenden Blätter“ verdient hat. Anders als die anderen Monumente, ändert das Rennen jedes Jahr seine Richtung. Dabei wechseln sich Como und Bergamo als Start bzw. Zielort ab, was somit auch jedes Jahr für einen gänzlich anderen Streckenverlauf sorgt. Neben den wunderschönen Seen wird das Rennen durch die Voralpen geprägt. So ist es das einzige Monument, in dem wirklich Berge befahren werden, welche auf knapp über 1000m reichen. Ist das Ziel in Bergamo, so zählt der Passo di Ganda als Scharfrichter, bei einem Ziel in Como gibt es verschiedene Möglichkeiten für finale Anstiege. Eine besondere Bedeutung hat der Madonna di Ghisallo Anstieg. Diese ist die Schutzherrin der Radfahrer und auf dem Gipfel ist eine Kapelle erbaut, in der dutzende Trikots von Legenden des Sports hängen, die sich für ihre Erfolge bei der Madonna bedanken. Durch den Termin spät im Kalender wird das Rennen zudem von vielen Sportlern als perfekte Möglichkeit für das letzte Rennen der Karriere gesehen, weshalb der Sieger teilweise sogar von diesen Bildern überschattet wird und mancher Fan mit den Tränen zu kämpfen hat.
Rückblick 2025 Lombardei-Rundfahrt
Tadej Pogačar triumphiert erneut bei der Lombardei-Rundfahrt
Zum Abschluss einer beeindruckenden Saison setzte Tadej Pogačar ein weiteres Ausrufezeichen bei der 119. Lombardei-Rundfahrt am 11. Oktober 2025. Im Regenbogentrikot des amtierenden Weltmeisters dominierte der Slowene das Rennen und feierte seinen fünften Sieg in Folge bei „Il Lombardia“. Niemand konnte das Rennen so oft gewinnen wie der Slowene gewinnen und bei der gezeigten Dominanz ist es schwer zu glauben, dass die Siegesserie nicht noch fortgesetzt wird.
Pogačar konnte das Rennen schon mehrmals solo für sich entscheiden, was an und für sich schon unglaublich ist. Allerdings scheinen die Solo-Siege von Jahr zu Jahr dominanter zu werden und lässt Fans sowie die Konkurrenz ratlos mit der Frage zurück, was man überhaupt unternehmen kann. Pogačars Team hat den gesamten Tag im Griff und kontrolliert das Rennen. Von Anstieg zu Anstieg wird das Tempo weiter erhöht und das Feld ausgedünnt, bis der Slowene knappe 35km vor Ziel eine unnachahmliche Attacke startet, welcher niemand folgen kann. Selbst der Olympiasieger Remco Evenepoel hat keine Chance dagegenzuhalten und muss reißen lassen. Eine pure Machtdemonstration im erst kürzlich ebenfalls in einer Solo-Flucht verteidigten Regenbogentrikot.
Fahrer des Tages ist allerdings für viele der amerikanische Meister Quinn Simmons, der bereits 83km vor Ziel in eine Ausreißergruppe geht, bei welcher vermutet wird, dass sie nur nach Fernsehzeit sucht. Doch Simmons kämpft wie ein Löwe und ist irgendwann der letzte, der noch aus der Gruppe übrig bleibt. Alleine muss er gegen ein ganzes Feld ankämpfen und schafft es tatsächlich sich auf den vierten Platz zu retten. Eine wahnsinnige Leistung!
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