Lässt man den letztjährigen Radsportkalender Revue passieren, so ist dieser geprägt von der COVID-Pandemie. Es gab viel Geschiebe und Geschacher der Rennstarts, Etappenorte und der Teilnehmer.Start der Frankreich Rundfahrt war erst im Herbst, zusammen mit Giro und Vuelta. Die 108. Ausgabe der Tour de France findet zwar immer noch in dieser Pandemie statt. Aber der regulär-angestammte Starttermin im Juni lässt Hoffnung auf ein bisschen Normalität zu. Und man muss sagen, im letzten Jahr wurden die Hygiene- und Sicherheitskonzepte nicht nur erprobt, sondern mehr als vorbildlich umgesetzt. Die Tour-Veranstalter haben hier eine neue Art von Meilenstein gesetzt. Davon haben nicht zuletzt auch die anderen großen Touren, aber auch die kleinen Tagesrennen profitiert. Auch dieses Jahr wird wieder das Bubble-System angewandt sowie die mobilen und ständigen PCR-Tests. Die zugelassenen Zuschauerzahlen fallen ebenfalls weniger üppig aus als bei einer normalen Frankreich-Rundfahrt. Wir können den Tour-Start dennoch kaum erwarten und freuen uns auf eine großartige Tour de France 2021. Fulminant gestartet wird am 26.06.2021 in Brest in der Bretagne. Am 18.07.2021geht es vom radsportträchtigem Ort Chatou nach Paris auf den Champs-Élysées zum großen Finale.
Hier unser Überblick zu den teilnehmenden Teams, ausgewählten Tour-Favoriten und Highlight-Etappen.
AG2R Citroën Team (FR)
Astana - Premier Tech (KAZ)
Bahrain Victorius (BHR)
BORA-hansgrohe (DE)
Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux (BEL)
Team BikeExchange (AUS)
Cofidis (FR)
Deceuninck-Quick-Step (BEL)
EF Eduvation-Nippo (USA)
Groupama-FDJ (FR)
Israel Start-Up Nation (ISR)
Team Qhubeka Assos (ZAF)
Movistar Team (ES)
Ineos Grenadiers (GB)
Team Jumbo-Visma (NL)
Team DSM (DE)
UAE Team Emirates (UAE)
Trek-Segafredo (USA)
Lotto Soudal (BEL)
Wie bereits bei der Tour 2020 starten Total DirectÉnergie (FR), TeamArkéa-Samsic (FR) und B&B Hotels p/b KTM (FR), ehemals B&B Hotels–Vital concept. Diese UCI ProTeams sind erneut die glücklichen Wildcard-Gewinner. Neu startet Alpecin – Fenix (BEL), das sich als führendes Team des UCI-ProTeams-Klassement 2020 den Startplatz sichern konnte. Es starten also insgesamt 23 Teams. Im Vorjahr waren es “nur” 22 Teams, die um das gelbe Trikot kämpften.
Unsere Fahrer- und Team-Favoriten 2021
UAE Team Emirates - Tadej Pogačar Das slowenische Team rund um den TdF-Sieger 2020 Tadej Pogačar wird sich ab jetzt jeden Etappensieg hart erkämpfen müssen. Die Konkurrenz wird sich in diesem Jahr nicht von diesem Jungspund überflügeln lassen und hart angreifen. Wir sind gespannt, ob Pogačar seine drei Trikots verteidigen kann. Der Slowene erkämpfte sich das Gelbe Trikot, das Trikot der Bergwertung und das weiße Trikot als bester Jungprofi.
Roglic, Kruijswijk, Van Aert – Team Jumbo Visma Der niederländische Favorit Team Jumbo-Visma muss aus der Tour de France 2020 einige Lehren ziehen. Auch die, ohne Tom Dumoulin an den Start gehen zu müssen. Der Niederländer zieht seinen Start überraschend zurück, aus persönlichen Gründen. Das heraufbeschworene Dreiergespann aus Roglic, Kruijswijk und Dumoulin kann erneut nicht antreten – ein kleines Déjà-vu aus 2020? Roglic steht am Scheideweg seiner Karriere und wir gehen von erbitterten Angriffen auf das Gelbe Trikot aus. Dabei wird sich herausstellen, ob Wout Van Aert dem Slowenen als Helfer unterstützen oder selbst das Bergtrikot anvisieren wird.
Ineos Grenadiers Der Waliser Geraint Thomas wird versuchen an seine Erfolge aus 2018 (1.Platz) und 2019 (2. Platz) anzuknüpfen und als Kapitän das Team Ineos Grenadiers anführen. Dem Rouler mit Weltmeisterqualitäten kommen die beiden Timetrial-Etappen nicht nur aufgrund seines Talents entgegen, sondern auch weil im ersten Zeitfahren gleich die Form seiner Mitstreiter deutlich wird. Für den Youngster Tao Geoghegan Hart wird es die erste Tour de France. Als überraschender Sieger des Giro 2020 erwarten wir Großes. Das britische Top-Team geht ohne den diesjährigen Girosieger Egan Bernal an den Start. Nach dem Wechsel zu den Briten sieht es auch für Richie Porte wieder besser aus. Als Sieger bei Critérium du Dauphiné 2021 ist er in besserer Form als im Vorjahr.
Wilco Kelderman & Peter Sagan - BORA-hansgrohe Das starke, deutsche Team BORA-hansgrohe nimmt mit dem neuen Kapitän Wilco Kelderman das gelbe Trikot in Angriff. Er soll den angeschlagenen Buchmann, trotz Unfall Anfang 2021, entlasten. Peter Sagan wird alles daransetzen, sich das grüne Trikot zu sichern und auch bis zum Schluss zu behalten – wenn der außergewöhnliche Puncheur bei der Tour antritt. Eine genaue Aufstellung fehlt noch. Aber das stark verjüngte Team wird sicherlich den ein oder anderen Etappensieg für sich verbuchen können. Teamchef Ralph Denk lässt viel Raum für Spekulationen zum TdF-Kader.
Team BikeExchange – Simon Yates Das ehemalige Mitchelton-Scott Team um Simon Yates hat einen weiteren Jäger des gelben Trikots. Er weiß, wie sich ein mehrtägiger Erfolg bei einer großen Rundfahrt anfühlt und kann sich und sein Team taktisch managen. Mit Teamkollegen, die wieder mehr Leistung abrufen können, wird das Team BikeExchange den einen oder anderen Etappensieg anvisieren.
Julian Alaphilippe & Sam Bennett- Deceuninck-Quick Step Mit Bennett und Alaphilippe hat das belgische Team definitiv zwei Teammitglieder am Start, die große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nachdem Bennett, das Sprintass, 14 Tage lang das Grüne Trikot Link - grünes Trikot trug und es bis nach Paris verteidigen konnte, wird er an diesen Erfolg anknüpfen wollen. Wir sind gespannt mit wem er diesen Kampf austragen wird. Der amtierende Straßen-Weltmeister Alaphilippe wird sicherlich um einen Etappensieg kämpfen, Hauptziel wird aber sicherlich das Gelbe Trikot werden. Deceuninck-Quick Step ist auch in diesem Jahr stark aufgestellt.
Das Mittelfeld
AG2R- Citroën Team Mit dem Scheiden von Romain Bardet rückt das Podium in weite Ferne. Nichtsdestotrotz kann der Kader Etappensiege anvisieren. Parte-Peintre hat als Kletterer und dieser Strecke gute Chancen das weiße Trikot für das AG2R-Citroën Team zu holen.
Astana Premier Tech Das kasachische Team Astana Premier Tech um den Kapitän Jakob Fuglsang wird um Etappensiege fahren. Für Alexander Wlassow ist das weiße Trikot der Jungprofis in greifbarer Nähe, wenn das Team tadellos funktioniert.
Mikel Landa - Bahrain Victorious Konstant in die Top Ten der Tour de France schaffte es Mikel Landa, hat aber über die letzten Rennen keine Entwicklungen gezeigt. Das Team wird sich eher auf Etappensiege einstellen, denn auf einen Podiumsplatz des Kapitäns. Für eine ernsthafte Platzierung sind die anderen Teams zu stark. Aber vielleicht schafft Bahrain Victorious die Überraschung?
Groupama-FDJ - David Gaudu Der noch junge Gaudu wird das französische Team Groupama-FDJ als Kapitän durch die Tour führen. Seine stetige Entwicklung und dem Ruf des Megatalents wurde er 2020 beim Giro mehr als nur gerecht – mit 2 Etappensiegen und dem 8. Gesamtrang. Da Thibaut Pinot sich für den Giro 2021 entschieden hat, kann der junge Kletterer noch einen Schritt weiter aus dessen Schatten heraustreten. Auch Arnaud Démare kann sich gute Chancen auf einen guten Rang in der Punktewertung ausrechnen.
Ewan Kaleb - Lotto Soudal Das beliebte belgische Lotto Soudal Team wird sich wieder auf Etappensiege konzentrieren. Der ehrgeizige Caleb Ewan startet als Kapitän und wird ebenfalls das grüne Trikot anvisieren. Er hat seine Form mit zwei Etappensiegen im Vorjahr unter Beweis gestellt. Der deutsche John Degenkolb wird ihm als tatkräftige Unterstützung beigestellt.
Movistar Team Bereits im letzten Jahr hat sich Eric Mas erfolgreich unter Beweis gestellt. In diesem Tour-Jahr wird er mit einem geteilten Kapitänsplatz belohnt. Die andere Hälfte erhält der Neuzugang Miguel Angel Lopez. Wir sind gespannt, ob das spanische Movistar Team die Siegesserie der Mannschaftswertung fortsetzen kann – immerhin seit 2018 ungeschlagen.
Team DSM - Romain Bardet Bardet wechselte nach 9 Jahren bei AG2R zum neu aufgestellten Team DSM. Diese hat im letzten Jahr, noch als Team Sunweb, gezeigt wie taktisches Angreifen funktioniert. Es wird mit Sicherheit wieder so fahren und um Etappensiege kämpfen. Eine Platzierung in den Top Ten wird mit Bardet nicht möglich sein.
Große Namen – viel Hoffnung?
Guillaume Martin - Cofidis Auch 2020 konnte der Fluch der ausbleibenden Etappensiege nicht gebrochen werden – der letzte war 2008. Das dürfte daher das erklärte Hauptziel von Cofidis sein. Mit Guillaume Martin, dem besten französischen Fahrer der Tour 2020, steht die Chance für einen Etappensieg aber sehr gut. Auch weil er seine Stärken stark ausgebaut hat. Den Sprung in die Top Ten sollte er mit der Unterstützung seiner Teamkollegen schaffen.
Trek-Segafredo Das amerikanische Team um Vincenzo Nibali hat mit dem Abgang von Richie Porte erneut einen starken Fahrer verloren. Mehr als ein oder zwei Etappensiege scheinen für Trek-Segafredo nicht realistisch zu sein. Der ehemalige Favorit wird einen passablen Rang in der Gesamtwertung anstreben. Mit Bauke Mollema kann das Ziel gut erreicht werden. Aber auch er hat den Giro in den Beinen und wir sind gespannt, ob es für die Offensive reicht.
Der Neuzugang – Alpecin Fenix Für das belgische Team Alpecin Fenix ist es die erste Tour de France. Um gleich die ersten Male abzuhaken, wird Mathieu van der Poel ebenfalls debütieren und das gleich als Kapitän. Der Youngster hat sehr gute Chance zumindest kurz ins gelbe Trikot zu schlüpfen. Sein Großvater, Raymond Poulidor - der ewige Zweite - wäre sicher stolz!
Die Grand Tour in Zahlen
› 3.394 km mit insgesamt 21 Etappen › 8 flache Etappen › 6 hügelige Etappen › 5 Gebirgs-Etappen › 5. und 20. Etappe als Einzelzeitfahren › 27 Steigungen, Bergankünfte oder Pässe der Kat. 2, 1 oder Hors Catégorie › Längste Etappe: 7. Etappe 249 km von Vierzon nach Le Ceusot › Kürzeste Etappe: 21. Etappe 108 km Chatou nach Paris › Höchster Punkt: Port d’Envalira 2.408 m (Souvenir Henri Desgrange) › 2 Ruhetage
Unsere Highlight-Etappen
Auch in diesem Jahr bleibt die Route der Tour de France fast komplett auf französischem Boden. Ursprünglich sollte der große Start in Kopenhagen stattfinden. Dieser wurde aber aufgrund der Pandemie und der anstehenden Fußball-EM abgesagt. Lediglich die 15. und 16. Etappe starten in Andorra.
Grand Départ ist in der Bretagne, die ein ganz besonders Verhältnis zum Radsport und der Tour hat. Bereits zum siebten Mal startet das Fahrer-Feld dort, dieses Jahr in Brest. Die Frankreichrundfahrt ist in diesem Jahr zusätzlich eine kleine Bretagne-Rundfahrt – jedes der vier Departéments ist ein Teil der Strecke.
Die ersten vier Etappen durch die Bretagne sind eine Mischung aus hügeligen und flachen Etappen. Die beiden ersten Etappen sind mit Steigungen von bis zu 14 % gespickt. Ein schönes Geschenk für die Top-Puncheurs, aber ein weniger schönes für die Sprinter. Deren Beine werden am zweiten Tag nochmal müder, wenn es nach einem kurzen Sprint den Mûr-de-Bretagne Guerlédan erneut hinaufgeht. Als kleinen Ausgleich gibt es die Sprintpassage nach Ponivy, mit einem spannenden Massensprint am Ziel. Weniger flach als der Vortag, aber immer noch eine Sprintstrecke wird am 29. Juni gefahren. Zum Einstimmen werden Puncheurs und Sprinter gleichermaßen gefordert.
Das erste Einzelzeitfahren von Changé nach Laval steht in der 5. Etappe an. Mit 27 km ist die Strecke untypisch lang fürs Zeitfahren. Daher bietet sie dem ein oder anderen Puncheur dennoch gute Chancen, besonders wenn dieser das gelbe Trikot bereits trägt und etwas mehr Leidenschaft für das Einzelzeitfahren hat.
Die längste Etappe kommt recht früh am siebten Renntag. Dafür gibt es hier Boni für die drei schnellsten Fahrer zu holen. Gerade das Ende wird nochmal richtig spannend. Hier kommen einige Anstiege, die keine Pausen zum Durchatmen zulassen. Eine kleine Finte der Streckendesigner, um den Zuschauern noch mehr zu bieten? Oder um die Beine und Köpfe müde zu machen, für die folgenden ersten Gebirgsetappen?
Die erste Gebirgsetappe beinhaltet gleich drei Anstiege der ersten Kategorie. Sie führt von Oynnax nach Le Grand-Bornand. Die Kletterer werden sich wohlfühlen und verlorenen Boden vom Zeitfahren wieder gutmachen. Zudem gibt es wieder Boni zu ‘erklimmen’. Das Feld kann wieder näher zusammenrücken und jede Chance sollte genutzt werden. Die neunte Etappe zieht im Hochgebirge nochmal ordentlich an. Dank des anschließenden Ruhetages wird es kein taktisches Kräftesparen geben. Die Anstiege aus 1. und 2. Kategorie wechseln sich nur so ab und mittig liegt die erste Hors Catégorie.Die flache Ankunft mit 2 km-Länge macht den Schlusssprint nochmal spritziger. Mit der 11. Etappe geht es den Mont Ventoux gleich zwei Mal auf über 1.830 Höhenmetern hinauf, definitiv ein absolutes Highlight der Tour. Zuerst geht es ganz leicht den Berg hinauf, sehr rasant – und nicht ohne Tücken wieder hinunter nach Malaucéne. Über Bédoin geht es dann die schwere Seite hinauf. Und noch rasanter erneut nach Malaucéne. Wer hier nicht die Balance zwischen Klettern und Abfahren findet, wird unglücklich am Ziel eintreffen.
Die 13. Etappe führt am Golfe du Lion entlang. Das flache Gelände steht im starken Kontrast zu der vorherigen Woche. Hier ist die Küsten-Strecke an sich nicht das Problem, sondern definitiv der Wind. Dieser kann sehr kräftezehrend werden. Daher sind die Sprinter darauf bedacht, hier jede windstille Sekunde zu nutzen. Die längere Strecke ermöglicht aber die Chance aufs Ausreißen, wenn nicht die Sprinter das Tempo vorgeben. Zieleinfahrt ist in Carcassonne.
Von Céret nach Andorra La Vella geht es in der 15. Etappe. Hier müssen die Radprofis den Souvenir Henri Desgrange mit 2.408 m am Port d’Envalira erklimmen. Der wirklich herausfordernde Teil kommt aber erst mit dem Col de Beixalis (1.796 m, 6,4 km á 8,5 %) in Andorra. Die Anstiege bis zum Col de Beixalissind aufgrund des breiten Straßenbaus besser zu bewältigen. Die Abfahrt hingegen ist sehr schmal und extrem steil. Daher wird das technische Know-How der Fahrer auf den Prüfstand gestellt. Die 15. Etappe stimmt auf die folgenden Etappen ein, mit zwei Bergankünften der HC-Kategorie und dem Souvenir Jaques Goddet.
Die Leistungsspitzen von 15.-18. Etappe sind so verteilt:
Montée de Mont-Louis (8,4km á 5,7%; 1560m; 1.Kat)
Port d’Envalira(10,7km á 5,9%, 2.408m; 1.Kat)
Col de Beixalis (6,4km á 8,5%; 1.796m; 1.Kat)
Col de la Core (13,1km á 6,6%; 1.395m; 1.Kat)
Col de Peyresourde (13,2km á 7%;1.569m; 1.Kat)
Col de Val Louron-Azet (7,4km á 8,3%; 1580m; 1.Kat)
Col du Portet (16km á 8,7%; 2.215m; HC-Kat.)
Col du Portet (16km á 8,7%; 2.215m; HC-Kat.)
Col du Tourmalet (17,1km á 7,3%; 2.175m; HC-Kat.)
Luz Ardiden (13,3km á 7,4%; 1.726m; HC-Kat)
Sie bieten den Kletterern die letzte Chance zu brillieren. Außerdem ist dies die letzte Möglichkeit nochmal Zeit herauszufahren, bevor es zum Einzelzeitrennen und den letzten Sprintstrecken kommt. Aber auch dieJäger des Maillot Jaune müssen sich nochmals ins Zeug legen, denn nur Sekundenvorsprünge für Zeitfahren werden nicht ausreichen.
Das letzte Zeitfahren findet wieder in der 20. Etappe statt. Einstündig ist sie angelegt auf 30,8 km. Zum Vergleich: Im Vorjahr standen knapp 6km bei gleicher Zeit auf dem Plan. Da sie sehr flach angelegt ist, nur eine Erhöhung auf der Mitte der Strecke hat, können die Spezialisten hier aufs Ganze gehen. Die Kletterer werden es schwer haben das Tempo zu halten.
Die abschließende 21. Etappe der Tour de France 2020 ist das Le Grand Final von Chatou zu den Champs-Élysées in Paris. Die Strecke ist recht flach, mit einem kleinen Anstieg auf Kilometer 7,4. Das Tempo wird schnell und eine neue, verlängerte Zielgerade liefert das gewisse Extra.Traditionell wird in der letzten Etappe der Frankreich-Rundfahrt der Träger des Gelben Trikots nicht mehr angegriffen – er kann die letzten Kilometer voller Stolz im gelben Sieger-Trikot genießen und sich feiern lassen.
Wertungstrikots, Sondertrikots und besondere Team-Trikots
Auch in diesem Jahr gibt es wieder ganz besondere Designs, sowohl der Tour-Trikots selbst als auch von einigen teilnehmenden Teams. Die Sondertrikots sind wieder eine Hommage an Frankreich in blau, weiß und rot, an den Bretonen und 5-maligen Tour-Sieger Bernard Hinault und an Le Grande Bouclé selbst. Auch das Grand Depart im Nordwesten bekommt, ganz traditionell, ein eigenes Trikot.
Auch einige Teilnehmer-Teams fahren in speziellen Designs, die extra für die Tour entworfen worden sind. Dazu gehören zum Beispiel BORA-hansgrohe und Team Jumbo-Visma. Außerdem präsentiert TotalEnergies exklusiv das neue Team-Design.
Das zweite Pandemiejahr der Tour de France
Wie durch ein Wunder überstanden die Teams die letzte Tour ohne einen einzigen positiven PCR-Test. Das viel beschworene Bubble-System hat funktioniert. Deshalb setzt man erneut auf das Sicherheitskonzept:
Einhaltung des Sicherheitsabstandes von mindestens 2 m
Strenge Reinigungsmaßnahmen
Kein Kontakt zu Fans durch bspw. Selfies oder Autogramme
Die Sicherheit der Fahrer und der Teams steht weiterhin im Fokus. Um regelmäßig testen und auch die hohe Anzahl bewältigen zu können, wird wieder ein mobiles Laborgenutzt. Diese testet regelmäßig alle 184 Fahrer, sowie alle anderen Zugehörigender Teams. Nach Hause muss das gesamte Team bei zwei positiven Testergebnissen im Team. Dass hier konsequent und mit Umsicht gehandelt wird, hat man beim Giro 2020 festgestellt. Um Massenaufläufe zu verhindern, werden voraussichtlichan Start- und Zielpunkten die Zuschauerzahlen beschränkt werden. Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle über die gesamte Rennstrecke. Das konnte man bereits 2020 feststellen. Man konnte nur zu gut sehen, dass die ein oder andere Zuschauermaske eher schlecht als recht saß. Auch das Abstandhalten wurde im Rennfieber nicht immer eingehalten - auch nicht zu den Fahrern. Wir hoffen daher auf eine entspanntere Situation im Sommer und mehr Abstand der Zuschauer vor Ort. Außerdem freuen wir uns auf die vielseitigen und wunderschönen französischen Landschaften. Impressionen von Postkartenkulissen in der Bretagne, historische Aussichten auf die Renaissance-Schlösser im Tal der Lorie, mittelalterliche Festung in Carcassonne, Küstenstreifen und kahle Berge mit schroffem Charme lassen uns von Frankreich träumen. Der ein oder andere wird sich sicherlich im nächsten sommerlichen Radurlaub die Landschaften genauer anschauen wollen. Die Tour de France ist auch immer ein Beispiel für Gastfreundlichkeit, Weltoffenheit, Verbundenheit im Sport. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist sie ein gutes Beispiel wie flexibel und erfinderisch der Radsport sein muss und auch ist. Daher freuen wir uns auf eine spannende Tour de France 2021, die wieder mehr Normalität bietet. Und hoffen gleichzeitig auf eine Tour de France 2022, die wieder unzählige, jubelnde, sich in den Armen liegende Fans an Strecken, Starts und Zieleinfahrten zulässt. Auf besondere Etappen, die als Gastspiel in anderen Ländern stattfinden - eben auf ein ‘ganz normales Radsportjahr’.
Fotos: BORA hansgrohe/Bettiniphoto, Getty Images, Photo News, Pascal Bernardon on Unsplash, Wikipedia
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