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Be ACTIVE Extreme 2.0 von CRAFT

Innovative Fahrradfunktionswäsche für die kalten Tage

Mit der brandneuen Be ACTIVE Extreme 2.0 Reihe hat die schwedische Sportbekleidungsmarke CRAFT eine der innovativsten Funktionsunterwäsche-Serien entwickelt. CRAFT war schon immer ein Vorreiter in Sachen Innovationen und Neuheiten. Bereits vor 30 Jahren entwickelte das Unternehmen Funktionsunterwäsche, die für die damalige Zeit absolut revolutionär waren.

Mit den Nachfolgern der erfolgreichen Be ACTIVE Extreme Modelle vereint CRAFT seine jahrzehntelange Expertise mit neuester Technologie . Die Unterwäsche ist jetzt noch leichter und mit noch mehr technischen Features ausgestattet, die den Ansprüchen ambitionierter Radsportler gerecht werden.

Das verwendete Gewebe besteht aus zwei Polyester-Fasern. Auf der Innenseite befinden sich das COOLMAX®-AIR Gewebe. Diese haben einen einzigartigen propellerförmigen Querschnitt. Diese außergewöhnliche Form sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit außerordentlich schnell vom Körper transportiert wird. Ein Teil des Schweißes verdunstet direkt auf der Haut und der Restschweiß kann auf der Außenseite der Wäsche verdunsten. Der Körper wird dadurch optimal temperiert und die Haut bleibt angenehm trocken. Für Phasen in denen der Körper weniger aktiv ist, sorgen die eingearbeiteten Luftkammern für die perfekte Isolation. Somit wird der Köper in passiven Phasen vor dem Auskühlen bewahrt. Diese Eigenschaft wird durch das aufwendige Design nach dem Prinzip des Bodymapping noch verstärkt: mit zusätzlichen Mesh-Einsätzen an Stellen, an denen der Körper besonders stark schwitzt. Diese Einsätze sorgen für Ventilation und noch besseres Feuchtigkeitsmanagement.

Einige Modelle der Kollektion Be ACTIVE Extreme 2.0 sind auch mit GORE Windstopper®-Einsätzen im Frontbereich ausgestattet.  Der Windstopper schützt Sie besonders gut vor kühlem Fahrtwind. Die Unterwäsche ist in einer großen Modellvielfalt – inklusive einer sehr stark reflektierenden Variante erhältlich. Die Modelle können als Baselayer getragen werden oder aber auch solo. Noch mehr Infos und eine große Auswahl an Modellen finden Sie hier.

Halbzeit bei der Tour 2016

Ein Udpate zu den wichtigsten Ereignissen

Eine weitere Woche voller spannender Ereignisse bei der Tour de France 2016 liegt hinter uns. Hier wieder eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse. Die Tour ging diese Woche in die zweite Runde und begeisterte erneut mit grandiosen Rennen und emotionalen Momenten.

Auf der siebten Touretappe in den Pyrenäen, gelang dem Engländer Stephen Cummings (Dimension Data) ein echter Überrraschungscoup.  Der Brite verwies die beiden Favoriten und absoluten Bergspezialisten Chris Froome (Sky) und Nairo Quintana (Movistar) auf die hinteren Plätze.  Am Ziel kam es dann noch zu einem unglücklichen Vorfall, da einer aufblasbaren Markierung die Luft ausging und in sich zusammenfiel. Der Spitzenfahrer Adam Yates (Orica-GreenEdge) kam durch die kaputte Markierung zu Fall, verletzte sich zum Glück aber nur leicht. Dennoch musste er im Teambus genäht werden.

Bei der nächsten Etappe triumphierte erneut der Titelverteidiger Froome. Froome sicherte sich nach einer spektakulären Abfahrt und 184 km den Sieg und das Gelbe Trikot. Bei höllischen Temperaturen fuhr Froome mit 13 Sekunden Vorsprung, vor dessen schärfsten Konkurrenten Quintana durchs Ziel. Leider wurde der Sieg Froomes von einem unsportlichen Zwischenfall überschattet. Während des Rennens kam ihm ein Zuschauer sehr nahe und beeinträchtigte Froome bei seinem Rennen. Darauf schlug Froome dem Querulanten im Eifer des Gefechts auf´s Ohr. Der Brite wurde dafür bestraft und entschuldigte sich für seine Aktion. Andere Fahrer stellten sich hinter Froome und kritisierten, dass viele Fahrer von aufdringlichen Zuschauern  bedrängt würden und es zu Unsportlichkeiten am Streckenrand kommen würde. Währenddessen verkündete der Starfahrer Alberto Contador (Tinkoff), dass er nach seinen Stürzen die Tour frühzeitig beenden müsse.

Während der Königsetappe durch Andorra waren die Radprofis apokalyptischen Wetterbedingungen ausgesetzt. Es regnete in Strömen und hagelte sehr stark. Unter diesen widrigen Umständen siegte der Niederländer Dumoulin für den Rennstall Giant-Alpecin.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

Auf den nächsten beiden Etappen siegte der Australier Micheal Matthews (Orica-GreenEdge) durch einen tollen Schlusssprint noch vor dem Starsprinter Peter Sagan (Tinkoff). Die Revanche Sagans kam prompt, da er auf der 11. Etappe siegte und Froome hinter sich ließ.

Die 12. Etappe wird als Chaosetappe und das Drama am Mont Ventoux  in die Geschichte des Radsports eingehen. Auf der 12. Etappe, am französischen Nationalfeiertag, fing zunächst alles ohne weitere Vorkommnisse an. Kurz gegen Ende der Etappe kam der Tour-Favorit Froome ohne Eigenverschulden zu Fall, da ein TV-Motorrad kurz stoppen musste. Richie Porte (Sky) fuhr auf und danach krachte auch Froome in die beiden. Danach spielten sich dramatische Szenen ab. Verzweifelt versuchte der Sky-Kapitän mit seinen Radschuhen in Richtung Ziel zu joggen, da sich kein passendes Ersatzfahrrad für Froome fand. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ihm ein Fahrrad gestellt, das aber zu allem Unglück auch noch viel zu klein war. Froome verlor viel Zeit und musste die Gesamtführung an seinen Landsmann Yates abgeben. Nach dem Rennen kam es doch noch zu einer positiven Wendung für den Vorjahressieger, da die Rennleitung nachträglich die Abstände zum Zeitpunkt des Vorfalls, als Froome und weitere Fahrer durch das Begleitmotorrad zu Fall kamen, wertete. Gemäß den offiziellen Ergebnissen liegt Froome nun in der Gesamtwertung 47 Sekunden vor Yates. Weitere 11 Sekunden zurück ist der Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo) Dritter. Der Kolumbianer Nairo Quintana folgt 1:01 Minuten zurück auf Platz vier.

Wir wünschen den Radfahrern weiterhin viel Erfolg. Falls Sie die Radprofis während den letzten beiden Wochen inspiriert haben, dann holen Sie sich ihr Profiteam-Outfit und starten Sie ihre eigene Tour.

 

 

Die Tour 2016 – Eine Zwischenbilanz

Die Ereignisse, die auffälligsten Fahrer & die wichtigsten Teams

Die erste Tour-Woche neigt sich bereits dem Ende zu. Viel ist passiert und wir möchten Sie über die Tour-Ereignisse, die auffälligsten Fahrer und die wichtigsten Teams informieren.

Etappe 1: Letzten Samstag startete die Tour fulminant in die 103. Runde. Auf der ersten Etappe vom Mont-Saint-Michel nach Utah Beach, siegte der Brite Mark Cavendish vom Team Dimension Data. Cavendish lies auf der 188 km Strecke den deutschen Topsprinter Marcel Kittel (Etixx-Quick Step) und den Weltmeister Peter Sagan hinter sich und sicherte sich erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot. Auf der Zielgeraden kam es leider zu einem Massensturz. Der Rostocker Paul Voss vom Team Bora-Argon 18 holte die ersten Bergpunkte.

Das Radsportteam Dimension Data aus Südafrika verpflichtete Top-Sprinter Mark Cavendish und hat damit ein glückliches Händchen bewiesen. Ihm zur Seite stehen sein Anfahrer Mark Renshaw., Bernhard Eisel und Reinardt Janse van Rensburg. Alle Zeichen stehen somit weiterhin auf Erfolg, was sich sicherlich weiterhin bei der Tour zeigen wird.

Etappe 2: Auf dem Weg nach Cherbourg, setzte sich der Slowake Peter Sagan vom Team Tinkoff durch. Sagan positionierte sich im Gesamtklassement vor das Trio um Paul Voss, Julian Alphilippe (Etixx-Quick Step) und Alejandro Valverde (Movistar). Peter Sagan erreichte durch einen dramatischen Schlusssprint den Sieg und auch das Gelbe Trikot. Der Radsportstar Alberto Contador konnte nach seinem schweren Sturz in der ersten Etappe verständlicherweise keine Höchstleistungen vollbringen. Der Spanier, der zu Beginn der Tour zu den klaren Favoriten zählte, verlor 48 Sekunden zum führenden Teamkollegen Sagan.

Das russische Team Tinkoff rundum die Radstars Peter Sagan & Alberto Contador geht auf Erfolgskurs. Sagan, der Neuanwerbung von 2015, hat dem Team bereits sein erstes Grünes Trikot in seiner Geschichte beschert. Beim Beobachten dieser Mannschaft von Bjarne Riis bei der Tour de France kommt nie Langeweile auf! Dies ist stets der Fall, seitdem Oleg Tinkoff den Rennstall übernommen und den berühmten dänischen Teamleiter entlassen hat. Auch der Spanier Alberto Contador möchte trotz seines schweren Sturzes wieder angreifen.

Etappe 3: Bei dieser Etappe siegte erneut der Brite Mark Cavendish. Diesmal war es aber ein ganz knapper Sieg. Cavendish und der Deutsche Meister André Greipel (Lotto Soudal), leisteten sie sich einen Kopf-an-Kopf-Sprint. Der Etappensieger konnte erst durch ein Foto-Finish gekürt werden. Nach einigen Minuten der Ungewissheit, stand Cavendish als Gewinner fest. Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff) belegte Rang vier und behauptete sein Gelbes Trikot, musste aber das Grüne Jersey des punktbesten Fahrers an Cavendish abgeben.

Das Radteam aus Belgien bleibt seinem Erfolgsprinzip treu. Mit nur einer Veränderung zum Vorjahr ist die Mannschaft fast komplett auf Greipel ausgerichtet. Einzig Wellens musste weichen und wurde durch den erfahrenden Jürgen Roelandts ersetzt – ebenfalls ein Mann für das Sprintfinale

Etappe 4: Bei dieser Etappe schlug die Stunde des deutschen Ausnahme-Radsprinters Marcel Kittel (Etixx-Quick Step). Der 28 Jahre alte Erfurter fuhr auf der längsten Etappe (237,5 km) den Tagessieg ein. Auch an diesem Tag wurde das Rennen durch ein mitreißendes Rennen zwischen Kittel und dem Franzosen Byan Coquard (Direct Energie) entschieden. Auch dieses Mal musste ein Foto-Finish entscheiden. Den dritten Platz sicherte sich Peter Sagan und verteidigte das Gelbe Trikot souverän. Sagan baute weiterhin seinen Vorsprung auf die Konkurrenz aus.

Das belgische Radsportteam Etixx Quick Step ging richtet sich immer internationaler aus. Die Mannschaft gehört zu den konstantesten bei der Etappenjagd. Der Neuzugang Marcel Kittel als Ersatz für Mark Cavendish, entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Auch durch den Franzosen Julian Alaphilippe wird das Vorhaben einer gesteigerten Sichtbarkeit in der ersten Tour-Woche.

Etappe 5: In der vorherigen Etappe waren besonders die Sprinter gefragt. Etappe 5 war ein erster richtiger Härtetest für die Radprofis. Auf der Strecke durch das Zentralmassiv setzte sich der Belgier Greg Van Avermaet vom Team BCM mit deutlichem Vorsprung durch und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Etappenzweiter wurde mit 2:34 Minuten Rückstand Van Avermaets Landsmann Thomas De Gendt (Lotto Soudal), der das Bergtrikot übernahm. Rang drei ging an Rafal Majka (Tinkoff/+5:04). Knapp hinter dem Polen jagte die Favoritengruppe um Titelverteidiger Chris Froome (Sky).

Das US-Amerikanische Team BMC setzt alles daran, die Tour zu gewinnen. Das hat sich der großzügige Sponsor BMC einiges kosten lassen. Um nicht mehr nur von van Garderen abhängig zu sein, hat sich BMC Richie Porte für dieses Jahr ins Team geholt. Der Australier fungierte über Jahre bei Sky als Edelhelfer für Chris Froome – in seiner neuen Mannschaft, möchte Porte auf eigene Rechnung fahren.

Etappe 6: Wieder schlug der der Brite David Cavendish (Dimension Data) zu und holte sich seinen 3. Etappensieg bei der diesjährigen Tour. Erneut lässt er die deutschen Sprinter hinter sich. Mac Kittelzog wiedermal den Kürzeren beim Schlusssprint. Nach der Etappe beschwerte sich Kittel, dass die Schlusssprints zu chaotisch und verrückt seien. Anscheinend geht die Rechnung der Tourveranstalter auf. Für das diesjährige Radrennen wünschten sie sich ein Spektakel und gestalteten die Strecken dementsprechend. Eventuell zum Nachteil für die Radprofis? Den dritten Platz sicherte sich André Greipel.

Das deutsche Team Bora-Argon 18 möchte in den nächsten Jahren zu einer der stärksten Marken im Radsport aufsteigen. Und es scheint, als ob sie auf dem richtigen Weg sind. Die besten Chancen hat das Team sicherlich bei Ausreißversuchen. In der Gesamtwertung erhofft man sich einen Platz unter den ersten 20. Ein weiterer interessanter Name für das Hochgebirge könnte Patrick Konrad sein. Der 24-jährige Österreicher, erstmals am Start der Tour de France, machte mit Platz fünf bei der Trentino-Rundfahrt in diesem Frühjahr auf sich aufmerksam und gilt als Kletterspezialist.

Wir sind gespannt, was in den nächsten Etappen noch passiert und verfolgen die Tour weiterhin mit großer Spannung. Wurden Sie auch schon vom Tour-Fieber gepackt und möchten es den Profis nachmachen? Dann sichern Sie sich jetzt das offizielle Radoutfit ihres Lieblingsprofiteams. Bei Bobshop finden Sie eine riesige Auswahl der aktuellen Tour-Editions.

„SHUT UP LEGS!“

Radsportbekleidung von Jens Voigt für den ultimativen Motivationskick

Der ehemalige Radprofi  Jens Voigt zählt zu den beliebtesten Fahrern des Radsports. Neben seinen sportlichen Leistungen ist er vor allen Dingen wegen seines mitreißenden Charakters und seiner markanten Sprüche beliebt und genießt inzwischen Kultstatus. Der US-Amerikanische Hersteller Bontrager designte gemeinsam mit Jens Voigt seine ganz persönliche SHUT UP LEGS-Kollektion, die jetzt brandneu bei Bobshop erhältlich ist.

Man kann zu Recht sagen, dass Jens Voigts Karriere einzigartig war. Er gehörte zu denen, die immer ganz vorne mitmischten. Sagenhafte 17  Mal war Voigt bei der Tour de France dabei und fuhr jedes Mal die Rundfahrt zu Ende. Auch vor schweren Verletzungen blieb er nicht verschont und musste nach einigen Stürzen immer wieder mit zahlreichen Nadelstichen geflickt werden. Einer seinerlegendärsten Momente war während  der Tour de France im Jahr 2010.

Shut Up Legs

Damals stürzte er nach 15 Kilometern so schwer, dass nicht nur er zu Schaden kam sondern auch sein Fahrrad. Sein Gefährt wurde so stark beschädigt,  dass nichts mehr zu retten war.  Obwohl Voigt schwer gezeichnet war und sein Fahrrad einen Totalschaden erlitt, kam aufgeben für ihn nicht in Frage. Nach kurzer, ärztlicher Versorgung ging es für Voigt weiter. Aber nicht wie anzunehmen auf einem Rennrad, sondern auf einem Kinderfahrrad. Voigt schnappte sich kurzerhand  diese ungewöhnliche Alternative und fuhr die Etappe zu Ende – und kam dabei nicht einmal als Letzter ins Ziel! Genau durch solche Aktionen zeigte Voigt seinen unbändigen Kampfgeist und sein eisernes Durchhaltevermögen. Für ihn war aufgeben nie eine Option. Und auch wenn die Beine mal schmerzten, befahl er ihnen einfach die Klappe zu halten (engl. Shut up, legs!) und ignorierte den Schmerz. Dieser Spruch schlug ein wie eine Bombe und wurde zu einer seiner bekanntesten Zitate. Dieses  Motivationsmantra nahm sich der US-Amerikanische Hersteller Bontrager zum Anlass eine ganze Kollektion mit Voigts Kultspruch zu entwickeln.

 

 

Die Kollektion vereint hochwertige Fahrradbekleidung mit trendigem Design. Sie beinhaltet ein Kurzarm-Fahrradtrikot mit passender Fahrradhose.  Die Trikots sind in weiß und in schwarz erhältlich. Beide sind jeweils mit der passenden Hose perfekt kombinierbar. Als  besonderer Hingucker dienen die Shut Up Legs Setorangefarbenen Akzente. Die Kollektion brilliert nicht nur durch modernes Design sondern auch durch hohen Tragekomfort. Durch das atmungsaktive Funktionsmaterial mit Netzeinsetzen wird die Körpertemperatur perfekt reguliert. Die enganliegende Passform gewährleistet eine außerordentlich gute Aerodynamik. Die perfekte Ausstattung für modebewusste und anspruchsvolle Radsportler.

Da auch wir bei Bobshop ein großer Fan von Jens Voigt sind und uns den Radsport ohne ihn und seine Sprüche nicht vorstellen können und möchten, war es für uns selbstverständlich, die SHUT UP LEGS Kollektion in unser Sortiment mit aufzunehmen. Hier finden Sie die komplette Auswahl: also rauf auf’s Rad und Schluss mit jammern 😉

Radsportler und Bobshop-Experte Stefan Kirchmair nach Sturz verletzt

Der zweimalige Sieger des Ötztaler Radmarathons und Bobshop-Experte 2015, Stefan Kirchmair, muss die Saison nach einem Sturz beenden. Der 26-Jährige Tiroler hat sich bei einer Ausfahrt eine Fraktur des Oberschenkelhalses zugezogen und wurde bereits am letzten Montag in einer Innsbrucker Klinik operiert. Kirchmair kann deshalb auch beim Saisonhöhepunkt, dem Ötztaler Radmarathon, nicht starten. Dort galt er aufgrund seiner diesjährigen Erfolge als einer der Topfavoriten auf den Sieg.

16.07.2015: Stefan Kirchmair Sponsoren - © Marco Felgenhauer
16.07.2015: Stefan Kirchmair Sponsoren – © Marco Felgenhauer

Kürzlich feierte Kirchmair den Gesamtsieg bei der siebentägigen Etappenfahrt „Haute Route“ in den Pyrenäen. Seine gute derzeitige Form unterstrichen auch Siege bei bei der Transalp, dem Tannheimer Radmarathon bis hin zum Staatsmeistertitel. Kirchmair muss nun mehrere Wochen pausieren, bevor er wieder mit dem Radtraining beginnen kann.

Stefan Kirchmair im Interview: „Die Verletzung ist sehr bitter“

Das Tiroler Rad-Marathon Aushängeschild Stefan Kirchmair hat sich bei einem Sturz eine Fraktur des Oberschenkelhalses zugezogen und fällt deshalb für den Rest der Saison aus. Dabei war der Telfer in herausragender Form und muss nun ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt, dem Ötztaler Radmarathon am 30. August, passen. Im Interview verrät der 26-Jährige, wie es zu dem verhängnisvollen Sturz kam, wann er wieder auf dem Rad sitzen kann und wen er nun als möglichen Siegkandidaten beim Ötztaler Radmarathon sieht.

Herr Kirchmair, kurz vor dem Saisonhöhepunkt, dem Ötztaler Radmarathon, setzt Sie eine Verletzung außer Gefecht. Wie bitter ist das nun für Sie?

Im ersten Moment hofft man natürlich, dass alles nicht so dramatisch ist, doch der Moment, in dem klar wird: „das war´s – der Traum ist ausgeträumt“, der ist sehr bitter. Es ist nicht der erste Rückschlag dieser Art für mich – schon oft war ich verletzt und habe mich zurückgekämpft – von daher habe gelernt damit umzugehen. Auf der anderen Seite gehören Stürze leider zu diesem Sport – genauso wie Erfolge. Manchmal weiß man nicht, wofür solche Ereignisse gut sind, aber sie zu verkraften bringt einen weiter als daran zu verzweifeln.

Dabei waren Sie in blendender Form.

Klar ist es bitter, die Form war zuletzt einfach perfekt und es hat nur noch der Ötztaler gefehlt, das ist natürlich eine bittere Pille. Seit dem Sommer geht alles in die richtige Richtung, es gab schon große Erfolge mit dem Sieg bei der Transalp, dem Tannheimer Radmarathon, dem Staatsmeistertitel und zuletzt der Haute Route Gesamtsieg – alles war perfekt angerichtet für den Ötztaler – dem Marathon des Jahres! Nun sitze ich hier und werde ihn wohl erstmals als Zuschauer mitverfolgen.

Bei dem Sturz erlitten Sie eine Fraktur des Oberschenkelhalses.

Ja, das stimmt, eine besonders heikle Verletzung mit relativ großem Risiko für nachhaltige Schädigung bei schlechtem Heilungsverlauf. In Absprache mit meinem Vertrauensarzt haben wir uns gegen Risko und für eine Operation entschieden. Zwei Titan-Schrauben halten nun alles zusammen und ermöglichen eine schnellere Heilung. Die Saison ist zwar gelaufen, aber es wird keine Nachwirkungen geben.

Wie kam es zu dem Sturz?

Es war eine lockere Trainingsrunde mit Gästen der Radwochen im Hotel Kaufmann in Rosshaupten. Meine erste Fahrt nach der Rückkehr von der Haute Route. Das Gefühl am Rad war perfekt, das Wetter auch und dann eine unübersichtliche Kurve, etwas Schmutz und ein Motorradfahrer, den ich zu spät sah – schon war es passiert. Das Vorderrad rutschte weg und ich schlitterte über den Asphalt – ein eigentlich harmloser Sturz mit großen Folgen.

Ab wann sehen wir Sie wieder auf dem Rad?
Momentan bin ich im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck in besten Händen, doch berufliche Termine wie die Eurobike und den Ötztaler Radmarathon werde ich trotzdem wahrnehmen müssen. Danach werde ich mich von meinem Physio-Team – der Praxis „Physio1.0“ in Innsbruck – behandeln lassen und dort auch in die Vorbereitungen für die neue Saison starten.  Auf das Rad wird mich Dr. Oberladstätter wohl bald wieder bringen, da ist er sehr verständnisvoll. Ich denke, dass ich im Herbst noch schöne Touren mit meinen Teamfahrern drehen kann.

Nun fehlen Sie ja als einer der großen Favoriten auf den Sieg beim Ötztaler Radmarathon: Wie lautet Ihr Tipp, wer könnte nun ganz vorne landen?

Mit oder ohne mich sind und bleiben die Italiener die Favoriten – einer davon wird sich wohl die Lorbeeren im Ziel abholen. Mein Favorit ist Enrico Zen, der heuer der stärkste Fahrer des übermächtigen Beraldo-Teams ist. Seinen Teamkollegen und Vorjahressieger Roberto Cunico muss man aber sicher genauso auf der Rechnung haben, wie verschiedene weitere Italiener. Deutsche oder österreichische Fahrer habe ich nicht ganz oben auf der Favoritenliste, aber für Überraschungen (vielleicht auch aus dem eigenen Team) wäre ich natürlich froh!

Ihr Team wird am Sonntag ohne Sie am Start sein. Was erwarten Sie von Ihren Fahrern?

Meine Fahrer sind gut vorbereitet und das ist nun auch meine besondere Aufgabe, ihnen ein perfektes Rennen zu ermöglichen. In zahlreichen Trainingslagern und Rennen sowie mit der gezielten Trainingsplanung haben sie alle eine mehr als solide Basis für den Ötztaler und unser Betreuerteam wird natürlich auch in Bestbesetzung anrücken, um ein perfektes Rennen zu ermöglichen. Ich wünsche meinen Fahrern einen tollen Marathon und bin sicher, dass sie ihre persönlichen Ziele bei weitem übertreffen werden!

Seit rund zwei Jahren betreiben Sie nun Kirchmair Cycling. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des Teams?

Ich bin sehr zufrieden. Das Team ist richtig gut zusammengewachsen und wir konnten wieder unheimlich schöne gemeinsame Aktivitäten unternehmen, die auch mir die Motivation für solche Situationen wie diese geben. Gemeinsam geht alles leichter und darin sehe ich den größten Nutzen für alle Teamfahrer und Friends bei Kirchmair Cycling. ready-made company Leistung steht nicht im Vordergrund, es geht vielmehr um das gemeinsame Erlebnis und den Spaß am Radsport. Jeder kann mitmachen und sich anschließen!

Wie wird sich Kirchmair Cycling im kommenden Jahr aufstellen und was sind die Ziele?

Diese Überlegungen begleiten mich und den engsten Kreis im Team jetzt schon länger und wir wollen das Team schon noch weiter verbessern, um noch mehr Leute (besonders die Genussfahrer) anzusprechen. Es liegen viele Ideen auf dem Tisch, die wir nun versuchen mit starken Partnern umzusetzen. Das wird die Aufgabe sein, die mich über den Winter beschäftigt und ich bin sicher, dass mir das mit bestehenden und neuen Unterstützern gelingt.

 

Hintergrund: Das Kirchmair Cycling Team

Seit zwei Jahren hat Kirchmair den Weg der Selbständigkeit eingeschlagen, versucht sich als Trainer und Teamchef seiner eigenen Mannschaft durch den Radsport ein berufliches Standbein aufzubauen. Sein Kirchmair Cycling Team ist in der Szene in kürzester Zeit zu einer der bekanntesten Mannschaften geworden, fast 50 Mitglieder zählt das Team und bietet für Radsportler jeder Alters- und Leistungsklasse die Möglichkeit, gemeinsam Radevents und Trainingslager zu erleben.

Kirchmair gibt seine Erfahrungen als geprüfter Trainer und ehemaliger Rennfahrer an seine Fahrer weiter und ist besonders stolz auf die vielen Genuss-Fahrer, die sich mittlerweile in seinem Windschatten tummeln. „Mein Team bringt Leute zusammen, die sich sonst wohl nie miteinander unterhalten hätten – es entstehen viele Freundschaften“, erzählt Kirchmair, der zu diesem Zweck zahlreiche Teamevents und Reisen organisiert, um seine Fahrer zu einer homogenen Truppe zu formen.

Der Supergiro Dolomiti – ein Höllenritt!

Die 2. Auflage das Supergiro Dolomiti in Lienz in Osttirol hatte für seine Teilnehmer einiges zu bieten – nicht nur 232 beinharte Kilometer durch Osttirol, Kärnten und das italienische Friaul mit steilen und schweren Anstiegen waren zu überwinden, auch das Wetter zeigte sich in diesem Jahr nicht so gnädig mit den besonders sattelfesten Radsportlern auf der Super Giro Strecke. Um 6:35 erfolgte der Start in Lienz, das Feld schoss die flache Strecke bis Oberdrauburg, um sich am Gailbergsattel zum ersten Mal zu selektieren. 50 Fahrer bildeten die Spitze und nahmen den ersten schweren Anstieg, den Plöckenpass unter die Räder. Hier herrschten noch angenehme Witterungsbedingungen, die Sonne schien und es war noch nicht zu heiß.

Supergiro Dolomiti in Lienz (Foto: Felgenhauer)
Supergiro Dolomiti in Lienz (Foto: Felgenhauer)

Nach der schnellen Abfahrt übernahm im Anstieg zum Ligosulla erstmals der 2-fache Sieger des Ötztalers, Stefan Kirchmair das Heft in die Hand und das Feld zerbrach in den Rampen in viele kleine Gruppen. Während sich Kirchmair am Lanzenpass ein heißes Duell mit Ex-Profi Bernhard Kohl lieferte, kämpfte sich der Tross der vielen ambitionierten Radsportler die steilen Rampen hinauf. Bereits hier wurden die Wolken dichter, schwarze Wolken hingen in den steilen Bergflanken des friulanischen Kalksteins.

Während die Spitze des Rennens mit Kirchmair und Kohl Pontebba erreichte und den Anstieg auf das Nassfeld in Angriff nahm, setzte erstmals Regen ein und verwandelte die ohnehin berüchtigte Abfahrt des Lanzenpasses in eine richtige Herausforderung für Mensch und Material. Spätestens nach der Abfahrt ins Lesachtal war wohl allen Beteiligten eines klar: der Regen war kein willkommener Schauer zur Abkühlung, sondern sollte die restliche Strecke zu einer ganz besonderen Herausforderung werden lassen.

Supergiro Dolomiti in Lienz (Foto: Felgenhauer)
Supergiro Dolomiti in Lienz (Foto: Felgenhauer)

Nachdem der Wetterbericht ja durchaus warme Temperaturen mit vereinzelten Gewittern prophezeit hatte, hatten die wenigsten Teilnehmer wirklich schützende Bekleidung dabei – für so manchen blieb da nur die Flucht in die nächste Wirtschaft oder in die vom Veranstalter blitzschnell organisierten Busse und Taxis, die viele Teilnehmer sicher zurück nach Lienz brachten. Die härtesten 285 Starter kämpften sich aber trotz Regen, Wind und Kälte über die volle Distanz durch das Lesachtal bis auf den Kartitscher Sattel und von dort im Sturzflug der Osttiroler Hauptstadt entgegen.

An der Spitze war es Bernhard Kohl, der Kirchmair erfolgreich abschüttelte und sich mit 13 Minuten Vorsprung den Sieg bei der 2. Auflage des Supergiro Dolomiti holte. Bei den Damen gewann Monika Dietl vom Kirchmair Cycling Team und auch der letzte Finisher kam aus den Reihen dieser Mannschaft – der 60 jährige Franke Eberhard Liebermann erreichte nach 12 Stunden und 45 Minuten das Ziel am Lienzer Hauptplatz – nicht hoch genug Einzuschätzen diese Leistung mit fast der doppelten Fahrzeit des Siegers!

Auf der Kurzdistanz, der Klassischen Dolomiten Radrundfahrt, die ihre bereits 28. Auflage erlebte, dominierten die Einheimischen Fahrer – Thomas Blassnig siegte im Alleingang, fast 6 Minuten vor seinen Landsleuten Helmut Jost und Felix Gall. Großes Lob aller Teilnehmer erntete OK-Chef Franz Theuerl für die erstmals komplett gesperrte Streckenführung und das vorbildliche Krisenmanagement, wodurch alle Teilnehmer gut zurück nach Lienz gebracht werden konnten. Die zahlreichen Stürze verliefen ohne gröbere Verletzungen und der Supergiro bleibt bestimmt allen Teilnehmern und bester Erinnerung.

Das richtige Training in den Bergen – Die ersten Radmarathons stehen an

Während meiner Trainingslager für mein Team oder für radaffine Hotels liegt natürlich ein besonderer Schwerpunkt auf jenen Aspekten, die für die Radfahrer zuhause schwer oder gar nicht zu trainieren sind. Abfahrtstechnik, richtiges Bremsen, die Wahl der richtigen Fahrlinie, usw. sind nur einige Beispiele. Gerade sind wir in den Dolomiten im letzten Trainingslager vor unseren ersten schweren Bergprüfungen, wie dem Supergiro Dolomiti, Nauders, der Transalp oder dem Maratona Dolomites. Auf diese Radrennen werden die Fahrer perfekt vorbereitet.

Im August gibt es dann noch ein großes Trainingslager in St. Anton am Arlberg, bei dem die Vorbereitung speziell auf den Ötztaler Radmarathon zugeschnitten ist. Schade, dass diese Möglichkeiten fast nur von Teamfahrern wahrgenommen werden, dabei ist die Sorge vieler, nicht stark genug für unsere Gruppe zu sein, völlig unbegründet. Es gibt immer eine Gruppe mit moderatem Tempo, wo der Café am Pass ebenso nicht zu kurz kommt, wie der lehrreiche Effekt der Gruppenfahrt, denn alle bleiben zusammen, wie es sich im Team eben gehört.

2014-06-08-Supergiro-012-(Marco-Felgenhauer)Eine stärkere Trainingsgruppe legt den Fokus mehr auf technische Inhalte, fährt ein schnelleres Tempo und die Inhalte der verschiedenen Trainingspläne, also Intervalle, werden bestmöglich in die Ausfahrten integriert. Trotzdem bleibt man immer in Sichtweite, fährt die Anstiege in Kleingruppen hinauf und findet in der Gruppe schnell die Fahrer heraus, die dasselbe Leistungsniveau haben. Ich selbst war überrascht, wie schnell sich das innerhalb der Truppe eingestellt hat.

So weiß ich immer sehr genau, auf welchem Trainingsniveau meine Leute stehen, kann sehr genau abschätzen, wie lange gewartet werden muss und wer noch Kraft hat, um in der nächsten Flachpassage das Tempo zu machen und wer sich besser im Windschatten ausruht, bevor der nächste Anstieg kommt. Besonders spannend ist dann der Austausch der unterschiedlichen Erlebnisse der beiden Gruppen nach der Tour, wenn alle gemütlich bei der obligatorischen Stärkung mit Pasta, Müsli, Café oder Bier zusammensitzen.

Das Sichten der vielen Fotos, Analysieren der Trainingsdaten und die Streckenplanung für den nächsten Tag sind dann noch weitere gemeinsame Aktivitäten – genauso wie der gemeinsame Saunagang und Ausgleichsübungen à la Blackroll, Stabi-Training oder Dehnübungen. Je nach Witterung und Abfahrtszeit werden solche Inhalte bestmöglich ins Programm integriert, denn schließlich ist Radfahren allein ja auch nicht Sinn und Zweck des Trainingslagers. Mir ist wichtig, dass die Sportler einen Mehrwert aus meiner Erfahrung und die Gruppendynamik im Trainingslager haben, den sie als Individualreisender nie hätten.

Was macht man ohne Berge?

 

Viele meiner betreuten Rad-Sportler kommen ja aus Deutschland und haben alle dasselbe Problem: Es gibt keine Anstiege, die lang genug sind, um vernünftiges Bergtraining zu absolvieren. Für Marathonfahrer natürlich eine große Herausforderung, denn Bergintervalle, Kraftausdauer und vor allem Abfahrtstechnik sind so relativ schwer bis gar nicht zu simulieren. 2014-06-08-Supergiro-006-(Marco-Felgenhauer)

Genau aus diesem Grund veranstalte ich auch für meine Teamfahrer so viele Trainingslager in den Alpen, oder schaue zumindest, dass Wochenenden und Feiertage nach Möglichkeit für dieses Training genützt werden können. Natürlich schafft man Anstiege auch ohne jemals vorher in den Bergen gewesen zu sein, doch die Routine gibt den Fahrern die nötige Sicherheit.

Speziell in der Anfangsphase, wenn alle nervös sind oder in Abfahrten, die in der Gruppe zu bewältigen sind, bringt das entscheidende Vorteile und so biete ich immer wieder Trainingslager und auch Trainingstage in schönen Bergregionen oder einfach bei mir Zuhause in Innsbruck an, was für alle Fahrer recht gut zu erreichen ist. Viele fahren ja ohnehin übers Wochenende in meine Richtung, um am Hahntennjoch, dem Kühtai, Timmelsjoch oder anderen Anstiegen am Nordrand der Alpen Höhenmeter zu sammeln.

Nicht selten gibt es also gemeinsame Ausfahrten, an denen wirklich jeder teilnehmen und sich von der Gruppe motivieren lassen kann. Einige meiner Teamfahrer bieten das sogar bei sich zu Hause an, ohne dass ich dabei bin – einfach zum Spaß und um andere Radfahrer kennenzulernen. Sie kennen die schönsten Strecken in ihrem Gebiet am Besten und legen auch Schwerpunkte auf viele wichtige Trainingsparameter, zum Beispiel das bergauf- und bergabfahren.

Euer Stefan