Gravel – eine neue alte Radsportdisziplin

Gravel, zu Deutsch Schotter, benennt eine noch sehr junge Disziplin im Radsportuniversum, die aber eigentlich recht alt ist. Auf dem amerikanischen Markt wurde das (Gravel-)Rad neu erfunden und das nicht nur sprichwörtlich. 

Der Ursprung des Gravelbikes

Die ersten Rennräder waren vor 100-150 Jahren noch viel geländetauglicher als heute. Mussten sie auch sein, da es eine asphaltierte Infrastruktur, wie wir sie heute im Westen kennen, natürlich noch gar nicht gab. Mit immer besser werdenden Straßen veränderte sich auch das Rennrad. Die Bereifung wurde immer mehr dem Untergrund, also flachem und ebenmäßigem Asphalt, angepasst. Das flache Profil der schmalen Reifen haftet so optimal am Straßenbelag bei geringem Rollwiderstand. Amerikanische Rennradfahrer im mittleren Westen erfanden nun das Gravelbike quasi neu. Denn sie wichen von den wenigen und stark befahrenen Asphaltstraßen auf ruhigere Schotterpisten aus. Um das Rennrad geländetauglicher zu machen passten sie Rahmen und Bereifung der holprigen Piste und der langen Fahrstrecke an. Das Gravelbike ist ein Kompromiss zwischen Rennrad und Cyclocross Bike. Es ist geschaffen für lange Touren auf unwegbaren Strecken. Man könnte aber auch sagen es ist die Renaissance des ursprünglichsten Rennrads. 

Das Gravel Bike – ein etwas anderes Rennrad

Gravel Biker sind Rennradfahrer, die nicht immer auf Asphalt, sondern auch mal auf unbefestigten Wegen fahren möchten oder müssen. Das schließt Tagestouren oder ganze Urlaube auf dem Sattel übrigens nicht aus – die Entdecker und Abenteurer werden sich in dieser Radsportwelt wie zu Hause fühlen! Die Rahmengeometrie sieht wie folgt aus: 

  • Aufrechtere, weniger tiefe Sitzposition mit tieferem Sattel

  • Geringes Gewicht

  • Profilierte Reifen, aber nicht so stark wie bei Cyclo oder MTB

  • Klassischer, leicht ausgestellter Bügellenker

  • Keine Federung

  • Scheibenbremsen, die auch bei Regen und Schmutz tadellos wirken

  • Befestigungsmöglichkeiten für Schutzbleche, Rahmentaschen, Gepäckträger etc.

Gravel Castelli Unlimited Damen Herren Outfit

Beim Gravel Bike wird die Sitzposition etwas bequemer als beim modernen Rennrad. Der Körperschwerpunkt lässt sich so bei Anstiegen leichter verlagern. Die Reifen sind etwas breiter als beim Rennrad und auch mit mehr Profil – für die unbefestigten Wege. Die Wahl der Bereifung kann hier individuell ausfallen, mit mehr oder weniger griffigem Profil. Feld-, Wald- und Wiesenwege sind auch bei weniger griffigen Reifen kein Problem – auch wegen der hohen Wendigkeit des Rades. Diese erlaubt ein schnelles Ausweichen von Schlaglöchern auf alten, asphaltierten Wegen. Also ideal für alle, die das nahe Hinterland erkunden möchten, abseits der altbekannten Straßen. 

Die ideale Bekleidung für das Gravel Abenteuer

Wie wir bereits festgestellt haben, geht es mit dem Gravel runter vom glatten Asphalt und rauf auf die Schotterpisten, in die Natur. Die Anforderung an das Equipment sind daher andere als beim Rennrad. 

Gravel Sportful Giara Outfit SommerDie Bekleidung muss funktionell sein und eine All-Day-Performance ermöglichen. Bequem soll sie auch sein. Gleichzeitig muss sie aber auch robust sein, um vor herumfliegenden Steinchen und herabhängenden Ästen zu schützen. Die Gravel Bekleidung muss also multifunktional sein, besonders wenn man am kühlen Morgen startet und in den warmen Sonnentag hineinfährt und erst bei Dämmerung mit böigem Wind und Nieselregen zurückfährt. Es werden also leistungsfähige Materialien benötigt, die für ein gutes Körperklima sorgen. Da die Sitzposition recht sportlich ist, sollten Gravel-Trikot und Gravel-Hose körperbetont sitzen.

Die Trikots für Gravel sind so vielseitig wie die Radsportwelt Gravel selbst. So bietet beispielsweise Castelli mit der Unlimited Linie funktionell ausgestattete Trikots mit starken Print-Designs in gedeckten Tönen. Aber es gibt auch weniger sportlich Looks, bei denen die Trikots eher wie Baumwollshirt aussehen. Diese sind dennoch mit Rennradsport-Features wie einer dreigeteilten Rückentasche ausgestattet. Es kommt also auch ganz darauf an, wie sehr man sich austoben möchte und welche Funktionen man benötigt. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass die Top-Marken im Bereich Gravel bei der Oberbekleidung eher auf erdige Töne im Melange-Look setzen oder auch mal ein auffälliges Muster, wie bei Amo Camo von Bobteam , platzieren. So wird der aufgewirbelte Staub im Sommer auf den Trikots nicht so schnell sichtbar. Und in Herbst und Winter fallen Schlamm und andere Rückstände auch weniger auf. 

Die Gravel-Hose ist meistens eine Trägerhose mit einem Performance-Polster für lange Stunden im Sattel. Einige Hersteller werten diese zusätzlich mit Gel-Einsätzen auf, die Stöße und Vibrationen zusätzlich minimieren. Da das Gravelbike ohne Federung kommt, muss das Sitzpolster also einiges leisten können. Die Träger sind meistens stabiler konstruiert, aber mit Meshrücken ausgestattet. So wird optimaler Support und Passform gewährt und gleichzeitig der Überhitzung vorgebeugt. Das verwendete Lycra an den Beinen sollte robust sein, falls Sie doch mal ungewollt vom Rad absteigen. Gleichzeitig liefert es so eine gute Kompressionsleistung und unterstützt die Beinmuskulatur. Sommers wie winters werden deshalb gerne noch etwas schmaler geschnittene Bikeshort oder lange Radhosen ohne Polster drübergezogen. Sie bieten einen guten Schutz, da sie in der Regel abriebfest sind und auch mal einen Sturz aushalten. Natürlich schützen sie auch vor heraufspritzendem Splitt oder Zweigen. Außerdem verfügen sie oft über wind- und wasserabweisende Eigenschaften. So, dass kurze Schauer und unliebsamer Wind kein Problem mehr sind. Zusätzlich Stauraum schaffen die Überziehhosen auch noch. Dieser ist besonders bei Tagestouren nützlich, um ausreichend Proviant und Multifunktionswerkzeug griffbereit dabei haben.Auch bei der Ausstattung für die Hosen kommt es wieder auf den ganz individuellen Fahrstil an. Alles kann, nichts muss. 

Statt einer kurzen Trägerhose kann man auch eine Radunterhose mit Polster zu den schmalen Baggy-Pants kombinieren. Wie auch im Rennradsport ist auch beim Gravelbiken das Layering wichtig, um bei Anstrengungen ein angenehmes Körperklima zu erzeugen. Diese sollte für einen schnellen Abtransport von warmer Luft und Feuchtigkeit sorgen und gleichzeitig kühle Luft zum Körper leiten. Das feine Mesh sollte dazu eng am Körper liegen, ohne einschneiden.  

Gravel-Bekleidung im Winter

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Gerade in den kalten Monaten lässt sich das Hinterland besonders gut auf dem Gravelbike erkunden – mit traumhaften Ausblicken und atemberaubenden Impressionen! Um sich solche Belohnungen „erarbeiten“ zu können, kommt es natürlich auf das richtige, winterliche Equipment an. Denn sich selbst herausfordern, das geht auch in Herbst und Winter – mit dem richtigen Wetterschutz! Sportful arbeitet in der Giara Kollektion  beispielsweise mit flexiblen und leistungsfähigen Softshells, gebürstetem Fleece und schmutz- wie wasserabweisenden Imprägnierungen. 

Gravel-Bekleidung für den Winter muss eine perfekte Balance zwischen Wärme, Luftaustausch und Abtransport von Schweiß finden. Dazu werden hochelastische Winterlycras mit und ohne Feinfleeceinnenseite verarbeitet. Ähnlich zu den langen Radhosen fürs Rennrad. Hierbei ist aber zu bedenken, dass auch mal vom Gravelbike abgestiegen werden muss um es zu tragen. Dabei sollte der Körper nicht zu schnell auskühlen. Auch hier ist leichte, wärmende Unterwäsche eine gute Investition.

Accessoires für sicheres Navigieren im Gelände und auf Tour

Auf unebenen Wegen, auf Schotter, auf unbefestigten Feldwegen muss man das Gravelbike stets fest im Griff haben. Daher sind taktile Radhandschuhe ein absolutes Muss für jeden Gravelbiker. Nicht selten werden auch im Sommer Langfingerhandschuhe getragen. Es gibt auch besondere Handschuhe, die lediglich an Daumen-, Zeige- und Mittelfinger lang sind. Das sind die Finger, die für einen festen Griff, zum Schalten und Bremsen benötigt werden und daher mehr Griffigkeit benötigen. Die Handschuhe fürs Gravel zeichnen sich durch eine gute Polsterung, auch mal mit Gel oder XRD-Einsatz, extragriffigen Handflächen und meist zusätzlichen Silikonprints an den Fingern aus. So wird der Ermüdung vorgebeugt, da weniger Kraft zum reinen Festhalten gebraucht wird. Der Meshrücken und die Perforierungen der Innenhand sorgen zusätzlich für Kühlung und verbessern das Griffgefühl am Lenker. 

Gravel Fahrradbrille Uvex GravelbrilleAuch an die Fahrradbrillen stellt das Gravelbiken ganz eigene Anforderungen. Die Gläser sollten groß sein, um ein großflächiges Sichtfeld zu ermöglich und die Augen zu schützen. Eine ununterbrochene Sicht ist auf unübersichtlichem Gelände besonders wichtig. Daher werden hier auch viele Einscheibenbrillen genutzt. Der Rahmen soll zusätzlich aerodynamisch, enganliegend sitzen. Zusätzliche Belüftungsöffnung verhindern das Beschlagen der Scheiben. Die Gläser sollten zudem ein gute Kontrastdarstellung haben, um im Gelände nichts zu übersehen. Durch die kontrastverstärkende Wirkung sind die Gläser für sonnige bis bedeckte Lichtverhältnisse sehr gut geeignet. Einige Hersteller von Radsportbrillen bieten zusätzlich Gläser mit verstärkter Tiefenwahrnehmung, die zu einer detaillierteren und farbverstärkenden Sicht führen – ideale Gravel-Brillen!

Wer eine längere Tour plant ist auch mit einem Gravelbike auf der sicheren Seite. Die Rahmengeometrie erlaubt es verschieden Transportmöglichkeiten zu nutzen. Dazu gehören Satteltaschen und Rahmentaschen, in verschiedenen Größen. Aber auch Rucksäcke lassen sich bequem Tragen bei gemütlichen Tagestouren. Darin lassen sich ganz einfach die wichtigen Essentials wie Regen- und Windjacken mit kleinem Packmaß verstauen. Das Gravelbike ist eben ein Adventurebike!

Bei einigen Accessoires schöpft Gravel aus dem Besten der beiden Radsportwelten MTB und Rennrad. Hier werden Performance- und Sicherheitsaspekte verbunden, damit dem Abenteuer auf dem Gravel nichts mehr im Wege steht.

  1. Am Fuß darf es etwas grober werden – große Stollen an den Schuhen sind unerlässlich, wenn man das Terrain nicht mehr auf dem Sattel bezwingen kann. Einige Hersteller verstärken zusätzlich die exponierten Stellen durch abriebfeste Aufsätze an den Zehenspitzen. Der klassische MTB-Schuh ist hierfür hervorragend geeignet. Gerade weil der MTB-Schuh für All-Mountain Bereich konstruiert ist, bringt er eine relativ steife Sohle mit. Diese wird zur besseren Kraftübertragen benötigt, insbesondere wenn es um ganze Tagestouren oder Reisen auf dem Gravel geht. Zudem kann durch das Klicksystem mehr Stabilität in Schuh und Fahrer:in gebracht werden. Ist man bereits ein geübter Klickpedal-Fahrer kann man die Füße zusätzlich zum Lenken nutzen. Ein Vorteil, welcher der Wendigkeit des Gravelbikes zugutekommt. Wer lieber ohne Systempedal fährt ist mit MTB-Schuhen dennoch gut beraten, da diese auch ohne Cleats fahrbar sind. 

Auch im Winter lässt sich das Gravelbike gut für Ausfahrten nutzen und es gibt auch hierfür die passenden Schuhe. Winterschuhe fürs Gravel sollten einen Neoprenschaft haben, damit eiskaltes Spritzwasser draußen bleibt.  

 

  1. Beim Gravelhelm kommt es wiederum eher auf den persönlichen Geschmack und das befahrene Terrain an. Wer es lieber schnell und weniger holprig mag, kann sich für einen klassischen Rennradhelm entscheiden. Wen es über Stock und Stein treibt, der sollte auf einen stabilen MTB-Helm setzen – mit Visier und tiefgezogenem Schutz im Nacken. Aber egal ob Sie einen Rennradhelm oder MTB-Helm wählen, Passform und Tragekomfort sind ganz entscheidend! Wir empfehlen hier Gravelhelme, die ein abnehmbares Visier besitzen. So hat man je nach Terrain oder Sonneneinstrahlung immer den passenden Helm. 

 

 Gravel Sonnenuntergang Radsport

Unser Fazit

Für uns ist Gravel eine der vielseitigsten und individuellsten Radsportdisziplinen. Sie zeigt die stetige Entwicklung im Radsport, die das Klassische mit dem Modernen verbindet. Die Vielseitigkeit, die uns Gravel ermöglicht, entschleunigt auch gleichzeitig. Denn es ist weniger für Tempo und viel mehr für Ausdauer gemacht. Aber auch das ist von Gravelbiker zu Gravelbiker anders. Der Trend rund ums Gravelbike kommt auch bei den Radsportkollektionen der großen Hersteller immer besser an. So dass auch die Auswahl für den individuellen Fahrstil immer besser getroffen werden kann. 

Gravel lässt den Asphalt unter den Rädern verschwinden und bringt uns wieder auf die naturnahen Pfade zurück - verbindet wieder mehr mit der Natur. Es lässt die ursprüngliche Weise des Fahrradfahrens wiederaufleben. Das Gravelbike lässt uns das unbekannte Hinterland und eigene, neue Wege entdecken.

 

P.S.: Falls Sie noch weitere Fragen haben, hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar oder mailen Sie uns Ihr Anliegen ganz bequem. Wir beraten Sie gerne!

 

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